CD-Review: OMFO - We are the Shepherds

CD-Review: OMFO – We are the Shepherds

Zuletzt aktualisiert am 2. Dezember 2014 um 21:26

OMFOJeden Science-Fiction Heftromanadepten wird OMFOs Cover unweigerlich an den Großadministrator des Solaren Imperiums erinnern. Die fremdartige Planetenoberfläche, die startende Rakete im Hintergrund, das dekorative „CCCP“ und die Schafe mit Astronautenhelm…. Schafe? CCCP?

Also gut, von vorne: gaposlovakia hat anscheinend kein Patent auf Ostblock-Charme, und Our Man From Odessa, im richtigen Leben von seiner Mutter als German Popov (ersters als Vorname, nicht Eigenschaftswort) bezeichnet, verlagert auf seinem zweiten Longplayer die Party in den Weltraum über Zentralasien. Das darf man sich dann so vorstellen, dass beinhart traditionelle Melodien eine tabulose Orgie mit genuin spacige Sounds feiern. Dank des fantastischen Openers braucht „We are the Shepherds“ ungefähr 30 Sekunden, um den Hörer mit Haut und Haaren ins akustische Geschehen zu ziehen. Die gute Nachricht: der Flash lässt nicht mehr nach bis zum 14. und letzten Track „2007 Baran Odyssey“.

OMFO hat sein zweites Album mit Armada an Überraschungen garniert und versetzt Kopf und Bauch in zufriedenste Schwingungen. Bereits das Debutalbum „Trans Balkan Express“ provozierte begeisterte Kritikerhymnen. Damals ließ Popov Kraftwerk-artige Techno-Sounds auf Folk-Harmonien treffen und implantierte dem Resultat mittels Dub-Operationsmethoden Herz und Groove – dieses Rezept hat der weitgereiste Hörgourmet mit dem Nachfolgealbum verfeinert.

Reglermeister Uwe Schmidt half dem Wahlamsterdamer, sein Konzept soundtechnisch perfekt umzusetzen. Mit Mr. Atom TM aka Senor Coconut ist auch ohne sein Orchester gut Tango tanzen, Spacetango in diesem Fall – wo andere auf Lo-Fi Ästhetik setzen würden, poliert Schmidt die Soundteppiche seines Schützlings auf Hochglanz. Ergebnis: der Headroom-Phatness Faktor des Albums macht jeder Clubanlage Ehre, und genau dort will mindestens die Hälte der Tunes exzessiv betanzt werden. Freilich machen der Schafhirte aus Odessa auch in der heimischen Anlage eine perfekte Figur: Zeitlose Harmonien und Spiel mit kulturellen Referenzen in einer zukunftsweisende Inszenierung – verdammt gute Audio Science World Fiction eben! Den Gastgeber für die Retro-Schafhirten aus der Zukunft macht übrigens Shantel mit seinem Label Essay Recordings.

OMFO auf Essay Recordings

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