Die Kolumne #62 (Juni 2005)

Die Kolumne #62 (Juni 2005)

Zuletzt aktualisiert am 1. April 2007 um 20:40

Diesmal: Die gesellschaftlichen Aufgaben des Journalismus im genderspezifischen Wandel.

„Kross gebackene Schweinsohren firmieren guten Grundes unter der europäischen Handelsbezeichnung‚ Austern der Upper Class,“ möchte LeserIn L. K. nachträglich zur Kolumne „Wurst“ anmerken, denn „an den oben abstehenden Haaren hält man das Ohr und beißt dann herzhaft zu, also ein weitere natürliches Fingerfood, das seine Besteckborsten gleich mitbringt.“

Die heimliche Quadrologie der vier wirklich wichtigen Themen „Tod – Brot – Wurst – Drogen“ findet in diesem Text, den DU GERADE LIEST, rückbezüglicher Leser, ihren Abschluss. Bist du ein Dauerleser, dann weißt, wenn nicht, ahnst du zumindest, wie wenig Mühe die drei ersten und ausgiebig gesichert erforschten Themen bereiten: alles wesentliche findet sich im Internet.

An: Redaktion „Frauenzeitschrift für Frauen, die sich zwar theoretisch gesund und maßvoll ernähren möchten, aber trotzdem die Anzeigen der ungarischen Schönheitschirurgen aufmerksamer studieren als unsere widerlichen Dinkelplätzchenteigrezepte – die Redaktion dankt Erdmutter Gaia jeden Tag für eine derart kritikfähige Zielgruppe.“
CC: Playgirl
BCC: freelancer@zeitgeistjournalismus.info
Betreff: Text wie bestellt

Schöner gefährlich leben

Wir lieben europäische Köstlichkeiten mit Tomaten, Schafkäse, faschiertem Lammfleisch, Olivenöl und wissen, wie gesund natürlich (@LektorIn: extra kein „e“) Produkte sind. Doch wer hätte vermuten können, welche Kräfte noch in kulinarische Genüsse hineingesteckt werden können? So verfeinern Pilze nicht nur jeden Salat, sondern auch unser Hautbild. Und holländische Kräuter sorgen nicht nur für das gewisse Extra auf dem Teller und in der selbstgedrehten Zigarette, sondern auch im hauchdünnen Minzomlett.

  • Extasy (MDMA) belebt die Haut und verleiht ein natürliches Strahlen – z.B Lucky Seven oder Kristallines Extasy aus Polen oder schwedische Tabs; bringt das Gesicht zum Strahlen und entspannt gleichzeitig die Haut.
  • Marijuana enhält hautregenerierende Porteinie und Aminosäuren – z.B. Purple Haze oder Super Skunk: wirkt lindernd, fördert die Durchblutung und wirkt hautglättend. Indoor-Sorten Indica von Göteborg bis Kapstadt.
  • Haschisch punktet mit pflegenden Cannabinolen und THC – z.B. in Charras oder Pollen. Dieser reichhaltige und alkoholfreie Gesichts- und Körperkit belebt die Sinne und spendet jede Menge Feuchtigkeit.
  • Mexikanische Zauberpilze sind reich an Psylocin, Psylocibin und Zellstoff und den Antioxidantien Vitamen A, E, D – z.B. Strobaria Cubensis oder Philosopher’s Stone aus Schottland: verfeinern und straffen die Haut.
  • LSD entspannt und kühlt – z.B. Super Hoffmanns oder Mikros: besonders gut für sensible Persönlichkeiten geeignet.
  • Speed besteht zum größten Teil aus Amphetaminen, Mineralstoffen unnd Spurenelementen. Es wirkt harnerneuernd und feuchtigkeitsspendend – z.B. Speed vom Schottentor.
3 Antworten
  1. ritchie
    ritchie says:

    Mir schien beim Durchlesen eines österreichischen Frauenmagazins, dass die Zuschreibung Substanz-Wirkung auf gar arbiträren Mechanismen beruht :oops:

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