Gratis WordPress Hoster im Vergleich

WordPress hat sich innerhalb kurzer Zeit zur beliebtesten CMS-Software für Weblogs entwickelt: eine rege Community, tausende Skins und Plugins und natürlich nicht zuletzt der durchdachte Aufbau des Core-Systems sprechen für das smarte Content Managment System. Bekanntlich gibt’s die Software gratis, und die Installation sollte für jeden ftp-Nutzer problemlos möglich sein. Wer allerdings keinen eigenen Webspace mit php und mysql-Datenbank zur Hand hat oder einfach mal schnell ein „temporäres“ Blog anlegen will, dem kommen die diversen Free-Hosting Services gerade recht.

WordPress gibt’s nämlich nicht nur in der bekannten Single-Blog Variante, sondern auch als Multi-User Edition. Diese ermöglicht mit einer einzigen Installation die Verwaltung vieler verschiedener Blogs. Neben zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten etwa im Bildungsbereich oder für diverse Blognetzwerke empfiehlt sich diese WordPress-Variante daher auch für Freehoster: nach einer in der Regel kurzen und schmerzlosen Registrierung steht das eigenen Blog sofort zur Verfügung – samt gewohntem Komfort des durchdachten WP-Backends.

Der Gastgeber entscheidet, welche Goodies und Extras er anbietet, denn im Gegensatz zu „richtigen“ WordPress Blogs gibt’s bei MU Hostern meist keinen ftp-Upload. Das heißt, auf eigene Plugins und Templates muss verzichtet werden, das Blog bleibt auf die vorgegebenen Optionen und Erweiterungen beschränkt. Kurz gesagt: komfortable Einrichtung, vergleichsweise wenig Flexibilität.

Ein weitaus größeres Problem stellt dagegen der Faktor „Zukunftssicherheit“ dar: die meisten Freehoster zeigen sich in ihren Geschäftsbedingungen nicht gerade auskunftsfreudig, was Serverhosting und Datensicherheitskonzept betrifft. Wer will’s ihnen verdenken – wenn man schon ein Gratis-Service anbietet, dann möchte man sich nicht weiter als notwändig aus dem Fenster lehnen. Dem geneigten Benutzer sollte aber klar sein, dass im Fall der Fälle niemand den Fortbestand seiner Daten garantiert. Ein regelmäßiges Sichern von Postings und Kommentaren via Export-Funktion scheint daher auf jeden Fall angeraten.

Trotz der vergleichsweise simplen WordPress MU Installation bleibt der Markt an brauchbaren Freehostern derzeit noch recht überschaubar. Dem Platzhirsch wird so schnell ohnehin niemand Konkurrenz machen: denn die Macher von WordPress selbst offerieren unter der Domain wordpress.com gratis Weblogs – und selbstverständlich wissen sie bestens mit ihrer eigenen Software umzugehen. Community- und Friends-Funktionen verstärken die Social-Media Aspekte der Plattform und machen wordpress.com zur ersten Wahl fürs Free Host Blog.

Dennoch lohnt der Blick über den Tellerrand durchwegs: ich habe mir in den letzten Tagen drei Hosting-Services etwas näher angesehen, und zwar blogthing.com, blogsome.com und blugginout.com. Alle drei verwenden WordPress MU und unterscheiden sich in einigen Punkten dennoch ganz beträchtlich: Blogthing etwa bietet als echtes Alleinstellungsmerkmal ftp-Zugang zum eigenen Blog an und blendet Bannerwerbung ein. Blogsome dagegen erlaubt den Upload Mediadateien via Web-Interface, während das werbefreie blugginout.com jeden Menge widget-kompatibler Themes samt einer Auswahl der wichtigsten Widgets aufzuweisen hat. Für welchen WordPress-Hoster man sich also entscheidet, hängt von den eigenen Ansprüchen und vom geplanten Verwendungszweck des Blogs ab.

Um die Übersicht über die verschiedenen Anbieter zu erleichtern, habe ich in der folgenden Tabelle die wichtigsten Merkmale der erwähnten Hosting-Services zusammengefasst. Durchaus möglich, dass ich etwas übersehen / missverstanden / verwechselt habe – die Angaben sind als ungefähre Richtlinien zu verstehen. Sollte jemand Fehler bemerken oder weitere empfehlenswerte Hoster kennen, so bitte ich um einen entsprechenden Hinweis.

WordPress: Freehoster Vergleichstabelle

Weil sich unten nicht alles nebeneinander ausgeht, voila: die Vergleichstabelle als Übersichtsgrafik (klicken zum Vergrößeren):

Freehosting-Provider

WordPress.com vs. Blogthing vs. Blogsome vs. Blugginout

  wordpress.com blogthing.com
INFO Plattform der WordPress-Programmierer: magere Grundausstattung, verlässlicher Service, kostenpflichtige Updates (zB eigene Domain) Freehosting-Service basierend auf WordPress MU – Bannereinblendungen, dafür ftp-Upload und somit eigene Templates möglich
LIMITS max. 35 registrierte user keine Infos über max. ftp-Space, Traffic etc.
WERBUNG werbefrei Bannereinblendungen
SPECIALS „Software immer up to date
(direkt von den Entwicklern)“
ftp-Zugang
ADRESSE Subdomain (blogname.wordpress.com) Subdomain (blogname.blogthing.com)
PLUGINS keine Plugins verfügbar „Upload eigener Plugins möglich!
vorinstalliert: div. Antispam-Plugins, Markdown, Staticize Reload, Textile, Adhesive u.a.“
TEMPLATES rund 50 6 – Template-Upload möglich!
Widgets themeabhängig; meistens möglich ja (eigene Templates uploadbar)
UPGRADES „diverse kostenpflichtige Upgrades:
mehr als 35 User
mehr Speicherplatz
anpassbare CSS-Dateien“
keine
 
  blogsome.com blugginout.com
INFO Freehosting-Service basierend auf WordPress MU, Dateiupload über Admin-Interface möglich, Standard-Ausstattung Freehosting-Service basierend auf WordPress MU
LIMITS „32MB Speicherplatz für Dateien
keine Infos über sonstige Einschränkungen“
keine Angaben über Traffic- oder Usereinschränkungen
WERBUNG blogsome Eigenwerbung werbefrei
SPECIALS „web-basierter Upload über Admin-Panel
max. 32MB Speicherplatz“
keine
ADRESSE Subdomain (blogname.blogsome.com) Subdomain (blogname.blugginout.com)
PLUGINS Search hilite, Recent Comment List, Kitten’s Spaminator, Markdown. Textile 1, WP Unformatted, ClickCounter, Wysi-Wordpress Canvas, Podpress, Sidebar Widgets
TEMPLATES ca. 30 ca. 50
Widgets nein themeabhängig, prinzipiell möglich
UPGRADES keine keine
72 Antworten
  1. Hendrik says:

    Hallo,
    wirklich interessant. Aber ich empfehle doch, wenn finanziell und infrastrukturell möglich, eher das Hosting auf eigenen Servern. Da man ansonsten doch viel zu abhängig von Hostern ist. Das beginnt oftmals bereits beim mod_rewrite-Modul von Apache, welches für die Pretty-Permalinks benötigt werden. Gruß H.

    • ritchie
      ritchie says:

      Bin ganz deiner Meinung, bei längerfristigen Projekten würd ich immer auf eigenes Hosting setzen… aber für eine quick-and-dirty Seite ist’s manchmal recht praktisch.

  2. Tobias says:

    Der Vorteil für kleinere Projekte ist bei den Free-Hostern sicherlich, dass ich mich nicht selber ständig um das updaten kümmern muss, sondern dass das da sozusagen automatisch abläuft. Das kann viel Zeit und Arbeit sparen bei mehreren Projekten…

  3. Tobias says:

    Das stimmt allerdings. Deshalb schaue ich mir demnächst mal Drupal näher an. Da reicht es wenn man das auf dem Server installierte Core_Modul updatet. Und schwupps sind alle Drupal Installationen auf dem Server auf dem neuesten Stand…

  4. Ölbild says:

    Ich stimme den Punkten für WordPress vollkommen zu. Es ist so dermaßen einfach in der Bedienung, dass jeder Laie es eigtl. verstehen müßte…

  5. Iula says:

    Ein anderes Problem mit den kostenlosen Hostern ist ja auch, dass man nie weiss, wann die mal den Laden zu machen. Dann heisst es auf einmal von heute auf morgen: „Die Domain ist leider nicht erreichbar“ und ruckzuck ist dein Block auch verschwunden.

    • ritchie
      ritchie says:

      Das stimmt – wird bei WordPress.com eher nicht passieren, kommt bei den kleineren Hostern aber durchaus immer wieder mal vor.

  6. dagobert-duck.net says:

    Sehr sehr interessante, aber das Problem mit dem Zudrehen ist wirklich vorhanden, leider! Ansonsten TOP!

  7. Pumi says:

    Und was ist, wenn der Hoster dann in Konkurs geht? Bei der drohenden Wirtschaftskrise ist das nicht so ganz von der Hand zu weisen. Was passiert dann eigentlich mit meinem Blog, den ich mühsam aufgebaut habe?

    • ritchie
      ritchie says:

      Der ist dann weg. Deswegen für Long-term sites: entweder eigener Webspace oder ein Provider, bei dem’s unwahrscheinlich ist, dass er in Kürze eingeht (=WordPress.com)

  8. Wandaufkleber says:

    Hallo ritchie, Danke für den Beitrag ich finde die Sache mit der Multi-User Edition echt klasse. Auch die Auflistung im Vergleich ist sehr gut gelungen. Werde das gleich mal testen. Für Free-Hosteing mehr als brauchbar.

    Zusätzlich ist natürlich für große Projekte eigenen Webspace immer die bessere Wahl.
    Grüße Tom

  9. Björn Tantau says:

    …man kann auch auf Hoster setzen und das mit dem Self-Hosting sein lassen, wenn man da keine Lust drauf hat. In D. gibt es mindestens einen höchst empfehlenswerten Anbieter, der gute Server (und Pakete) hostet und dennoch relativ günstig ist bei sehr gutem Service. Da ich hier keine Schleichwerbung machen will, hier nur der erste und der letzt Buchstabe im Firmennamen: „D“ und „y“ ;-)

  10. Rene says:

    Hallo,

    also ich bin immer wieder begeistert von wordpress.tld Zudem haben die Blogs wirklich eine gute Chance in den Suchmaschinen, die Mutter ja sehr prominent.

    Ansonsten ziehe ich einen Managed Server vor, gerade bei größeren Projekten eine Pflicht, für den laien reicht ein WP Blog vollkommen aus.

  11. webshopnews says:

    Interessanter Ansatz. Da man bei einer derartigen Variante aber – wie bereits erwähnt – meist doch etwas eingeschränkt ist, bin ich mir über die Vorteile gegenüber einem Free-Bloghoster im Stile von blogger.com etc. noch nicht ganz im klaren…

  12. stephan says:

    Interessant wäre noch gewesen ob eigene Werbung, also z.B. AdSense oder sonstige Affiliate Programme erlaubt sind.

    • ritchie
      ritchie says:

      Bei wp.org auf jeden Fall – und bei 90% der andern Free-Hoster auch; die müssten ihr Angebot ja mit Werbung refinanzieren. Wer selbst an einer Seite direkt verdienen will, sollte die Finger von den Freehostern lassen.

  13. hotels guide says:

    Freehoster zeigen sich in ihren Geschäftsbedingungen nicht gerade auskunftsfreudig, was Serverhosting und Datensicherheitskonzept betrifft. Wer will’s ihnen verdenken – wenn man schon ein Gratis-Service anbietet, dann möchte man sich nicht weiter als notwändig aus dem Fenster lehnen.

    • ritchie
      ritchie says:

      Das ist ein wesentlicher Punkt! Ich würd sogar behaupten, dass dieses Problem nicht nur bei Free-, sondern auch bei den „Sehr billig“ Hostern oftmals besteht.

  14. Daniel says:

    Wo kann ich jetzt WordPress MU Installfiles runterladen um es anschließend auf meinem Webserver auszuprobieren?

  15. Harlekin says:

    Jo, würde auch sagen, dass die Freehoster nur für Liebhaberei-Projekte nützlich sind. Wenn man selbst Geld verdienen, muss man leider einbissel investieren. MfG

  16. Radikal Gewicht verlieren says:

    Danke für die super Aufbereitung . Bin grade auf der Suche nach so etwas…

  17. Jörgs Info says:

    Für den Anfang tut es ein Freehoster in jedem Fall, nur – erfahrungsgemäß :wink: – hat man schnell die vorgefertigten Templates und andere Limits satt. Davon abgesehen gibt es ja deutlich mehr „freie Blogs“ – eine Liste gibts z.B. unter seoblitz.de

  18. Ecommerce Agentur says:

    Freehoster sind zum basteln durchaus geeignet, leider aber oft schnell mit der Performance am Ende, daher denke ich das es die bessere Wahl ist einen guten kleinen Webaccount für den anfang zu mieten. Es gibt heute durchaus günstige und gute Hostingangebote. Selbst unter 10 Euro ist schon durchaus gutes zu bekommen und wer einen Blog einigermassen profesionell betreiben möchte wird bestimmt die paar Kröten haben und sich einen guten webspace für den Anfang zu mieten. Einen eigenen Server halte ich für den Anfang eh absolut übertrieben.

  19. Anti Blog Kopierer says:

    Wer seinen alten Blog bei einem Unzug behalten will, sollte auch noch beachten, dass er seine Datenbank sichert. Einen Blog sollte man nicht einfahc nur kopieren. phpmyAdmin bietet sich da an. D.h. Dateien sichern, die Dat wp-config.php auf den neuen Server anpassen, und dann die Daten rüberziehen. Haben wir jedenfalls so gemacht. WordPress bietet dazu auch hilfen an.

  20. Alexander says:

    Danke für den super Beitrag. Ich finde es wichtig, auch verschiedene Produkte miteinander zu vergleichen, auch wenn man schon eine Variante bevorzugt.

  21. Hannes says:

    Das ist auf jeden Fall sinnwoll. @phpmyAdmin ist sehr yu empfehlen für nen Umzug, habe schlechte Erfahrung gemacht mit dem kopieren.

  22. Ibiza says:

    Danke für die Infos! Das wusste ich nicht! Ich werde mal ausprobieren! Genial!
    Grüße,
    Mandy I.

  23. Igel says:

    Vielen Dank, dies hat ne Menge Vorteile.
    Verschiedene IPs, eigene Plugins, kein Denic-Eintrag, etc.
    Achja.. und kostenlos ;)

  24. Matti says:

    Wenn es nicht unbedingt WordPress sein muß kann man auch blogger.com als Freehoster empfehlen. Da hat man mehr Freiheiten aus bei jedem anderen Freehoster. Ist nur teilweise etwas aufwändiger die richtigen Anleitungen für die sogenannten Bloggerhacks zu finden da sich mit dem Thema nicht ganz so viele Leute wie mit WordPress befassen.

    • ritchie
      ritchie says:

      Da hast du recht, vor allem von der Google-Positionierung her ist Blogger.com (nona) recht gut aufgestellt.

  25. holger says:

    Es muss ja nicht gleich kostenlos sein. Wobei allerdings auch abgewägt werden sollte ob es im Gegensatz gleich ein eigener Server bzw. gemieteter Server sein sollte. Ich denke mal es gibt genügend gute und auch gleichzeitig günstige (oh was für ein widerspruch…) Hoster. Damit meine ich aber nicht die 2-3 großen am Markt!!! Einer (dessen Name ich nicht nennen möchte) bietet ja nicht mal Mod-rewrite… :twisted:

  26. Pre says:

    Vielen, vielen Dank für die nette Gegenüberstellung der diversen Hoster. Ist echt sehr informativ Dein Artikel.

    Grüße

  27. Mirco says:

    Hm leider existieren schon ein paar nicht mehr, hat sich wohl nicht gelohnt. Denke wordpress.com wird dann wohl die anlauf stelle sein für Gratis Blogs

  28. Haus Bauen says:

    Danke für den guten Beitrag. Bin immer hin und her gerissen. Zwischen Anbietern wie blogger.com, dort betreibe ich einen Blog und bin so eigentlich zufrieden und dem anmieten eine Servers.

  29. sasha says:

    Also diese gratis hoster kannst du doch meist alle vergessen, lieber ein paar Euro bezahlen und man ist auf der abgesicherten Seite

  30. Multiwebdesign says:

    Ich stimme Sasha voll zu, einpaar Euro zahlen, und dann macht es mehr Spaß.

  31. Sebastian says:

    Danke für die Auflistung. Je nach Projekt sollte man sich für kostenlose oder kostenpflichtige Anbieter entscheiden.

  32. Aus Webspacesuche says:

    Gibt doch noch genug kostenlose Anbieter. Ich meine, am Anfang wenn man ein Projekt startet, reicht ja erstmal ein Freehoster. Wenn man sieht, das es läuft, kann man ja immer noch auf bezahlten Webspace umsteigen. Ergo, Geld gespart…

  33. Luke / Farbfilmblog says:

    Hm, also ich würde glaube ich eher beim originalen wordpress.com bleiben oder – für aufwändigere Seiten – das Skript rasch selbst installieren. Ich denke bei so gratis Diensten besteht immer die Gefahr, dass sie entweder nach einer Weile kostenpflichtig werden oder aber Werbung (im schlimmsten Fall Layer-Ads oder Popups) einblenden. Ich denke diese Gefahr besteht bei wordpress.com erstmal nicht – dort habe ich jedenfalls noch nie Werbung gesehen…
    Viele Grüße vom Farbfilmblogger!

  34. Online geld verdienen says:

    Also 2 davon kannte ich noch nicht, hab mich da mal angemeldet und werde berichten wie die sind. Danke für die tollen Tipps auch wenn die schon älter sind, hab mir deinen Blog mal gebookmarked

  35. Chris@Seniorenhandy says:

    Hey,

    richtig gute Übersicht, kannte ebenfalls 2 der vorgestellten Anbieter noch nicht. Jetzt gleich nochmal durch die ganzen Kommentare wühlen ob noch was nettes dabei ist :)

  36. Chihuahua says:

    Vielen Dank für den tollen Artikel und der Übersicht. Hab sowas schon länger gesucht und immer nur halbherzige Listen gefunden.

  37. Interviewblog says:

    Super! Habe ich schon die ganze Zeit gesucht. WordPress ist meiner Meinung nach das beste System.

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