Ihr wollt Frieden, Hippies? Geht ins Internet!

Nahezu ein ganzes Jahr ist Barrack O. bereits in Amt und Würden, trotzdem gibt es immer noch Hunger, Krankheiten, Kriege und Ungerechtigkeiten auf der Welt. Was Gravierendes wird sich wohl erst 2012 ändern (nächste US Präsidentschaftswahl, nicht Weltuntergang). Das Team von Wired Italy ist sowieso der Meinung, dass die Leistung einzelner Personen in punkto Weltfrieden überschätzt wird und schlägt daher vor, den nächsten Friedensnobelpreis dem Internet zu verleihen.

Internet for peace

Mario Portanova von Wired Italy hat mir heute Morgen von der Aktion berichtet, internetforpeace.org heißt die zugehörige Webseite. Ich fand die Idee nur auf den ersten Blick schräg – wenn man sich das kurze und knackige Manifesto (derzeit in neun Sprachen verfügbar) durchliest, macht die Kampagne durchaus Sinn:

Wir haben endlich begriffen, dass das Internet kein Netzwerk von Computern, sondern eine endlose Verflechtung der Menschen ist.

Männer und Frauen, auf allen Breitengraden, treten miteinander über die größte Plattform der Beziehung, die die Menschheit je hatte, in Verbindung.

Die digitale Kultur hat den Grundstein für eine neue Zivilisation geschaffen. Und diese Zivilisation baut den Dialektik, den Dialog und die Solidarität durch Kommunikation.

Denn Demokratie sprießt seit jeher, wo es Willkommen, Zuhören, Austausch und gemeinsame Nutzung gibt. Gegen Hass und Konflikte ist immer wieder die Kommunikation mit dem anderen das wirksamste Gegenmittel.

Deshalb ist das Internet ein Instrument des Friedens.

Deshalb kann jeder von uns im Netz ein Samen der Gewaltlosigkeit sein.

Deswegen verdient das Netzwerk den nächsten Friedensnobelpreis.

Jeder von uns wird einen Nobelpreis erhalten.

Wer diese Aussagen unterschreiben kann, ist herzlich aufgefordert, sich an der Verbreitung des Manifesto zu beteiligen – ich denke, Banner und Buttons werden noch folgen (ifp startet heute), derzeit gibt’s mal dieses JPEG zum Download:

Internet for Peace manifesto in German

12 Antworten
  1. judith says:

    und jetzt das ganze nochmal in deutsch?;)
    Verteilen wir dann das Geld vom Nobelpreis untereinander? Und wie war das mit den Neonazis und den Terroristen, die nur durch das Internet so mächtig werden konnten? Und was reißen wir uns als nächstes via Plebiszit unter den Nagel? einen Politikerposten?
    Sorry, aber die Idee ist meiner Meinung nach einfach nur dreist oder eine dreiste viral Kampagne von wired Italy.

    Antworten
    • Ritchie Pettauer
      Ritchie Pettauer says:

      Wegen der Geldverteilung: da könnte man sicherlich sinnvoll „cui bonum“ Projekte damit fördern. Und: ein kollektiver Politikerposten wär nicht schlecht… das System mit alle paar Jahre wählen ist schon mühsam :mrgreen:

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  2. Mariam @strebereck.de says:

    Hallo,

    Also ich weiß ja nicht,aber ich bin da geteilter Meinung.. Einerseits finde ich es gut, da die Vernetzung und Verflechtung der Menschen wirklich ein großes Thema ist und das ja auch gewünscht und beabsichtigt ist.

    Andererseits, muss ich Judith recht geben. Was ist denn mit den ganzen Leuten, die dieses an sich tolle Medium nutzen um nur Mist zu machen? Denen kann man doch nicht wirklich einen „Nobelpreis“ dafür geben!

    PS.: Der Link zu der Homepage geht nicht. Zumindest bei mir nicht..

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    • judith says:

      @Miriam Genau – die Vernetzung der Menschen ist eine gute Sache – aber wird diese gute Sache nicht eh genug gewürdigt, von jedem einzelnen, der mitmacht?

      Und gerade das Internet ist für viele ja auch ein sehr bequemer Ersatz für echtes Engagement geworden. Wie ist das mit diesen ganzen Gruppen auf Facebook, die über eine Mio Mitglieder haben, um Kinder in Afrika zu retten – und keine 5.000 Dollar gesammelt haben – Stichwort Slacktivism?
      Oder die Iran Election, bei der sich hinterher rausgestellt hat, dass die ganzen vermeintlichen Demo-Tweets aus den USA und Europa verschickt wurde – und gar nicht wirklich aus dem Iran? Europäer und Amis waren hinterher überzeugt, eine Revolution mitbewirkt zu haben – die in Iran in Wirklichkeit via Email und Telefon ablief…und jetzt wollen wir einen Friedensnobelpreis, weil wir unsere Avatare grün eingefärbt haben? Das ist schon ziemlich billig….

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    • Ritchie Pettauer
      Ritchie Pettauer says:

      Danke für den Hinweis, war ein Vertipper – der Link ist ausgebessert. Im großen und ganzen denk ich durchaus, dass die Vorteile die „Probleme“ des Internet bei weitem überwiegen.

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  3. Feuerschlucker says:

    Das Internet trägt auf jeden Fall mehr zum Weltfrieden bei als alle Politiker zusammen. Es ist aber auch so, dass Politiker und Menschen wie Obama eine sehr starke Anziehungskraft und Einfluss auf die Menschen haben. Somit ist es immer eine gegenseitiges Nehmen und Geben.

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    • Eberhard Lauth says:

      Wo hat „das Internet“ denn zum Weltfrieden beigetragen? Bei aller Liebe zum Netz und dessen Segnungen: Es ist bloß eine Infrastruktur, die von sich aus rein gar nichts bewirkt. Es wird ja auch niemand ernsthaft auf die Idee kommen, Papier für den Literaturnobelpreis vorzuschlagen, weil sich so vortrefflich Romane darauf drucken lassen.

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  4. Roman says:

    Naja, ich denke mal, wieso nicht? Das Internet ist nunmal das Größte Netzwerk und vernetzt Menschen auf aller Welt. Wieso nicht für den Frieden! Ich denke, dass durch das Medium Internet viel zu erreichen ist. Aber ein Nobelpreis fürs Internet? Naja…^^

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