Internet am USB-Stick

Internet am USB-Stick

Zuletzt aktualisiert am 4. Dezember 2014 um 4:42

Die österreichische Regierung hat wohl eingesehen, dass die Sache mit der Totalüberwachung keine gute Idee war und hat nun beschlossen, zumindest für eigene Surf-Zwecke den gesamten anständigen Teil des Netzes auf einen USB-Stick herunterzuladen.

Doch selbst wenn 90% des Netzes eh nur aus (daten)Schmutz bestehen, selbst die restlichen 10 Prozent passen unmöglich auf einen handelsüblichen USB-Speicher. „Macht nix,“ dachten sich Gusi und Molti, „dann lassen wir uns eben einen extra-großen Stick anfertigen!“ Und jetzt hat die Regierungstruppe, der’s bei den aktuellen Querelen und Hintergrund-Diskussionen über Neuwahlen ja eigentlich ganz schön schwer fallen muss, Einigkeit zu demonstrieren, das kleinste gemeinsame Vielfache und den größten gemeinsamen Nenner in Materialunion zu finden.

Man beachte Willi Molterers leicht angestrengt wirkendes Grinsen – vermutlich gefällt ihm ganz und gar nicht, dass der Klammeraffe in Rot auf den Stick gedruckt wurde. Was dem Publikum aber verborgen blieb, ist das überdimensionale Elektronengehirn, an das die nunmehr offline gegangene und am USB-Stick gespeicherte Internetoffensive Österreich angeschlossen wird. Man braucht mindestens drei kräftige Männer, um den Einschaltknopf zu betätigen und ein schnelles Motorrad, um auf der Tastatur von A nach Ä zu fahren… finanziert wurde der neue Regierungsrechner übrigens aus den Defiziten des Eurofighter-Kaufs. Aber vorerst geht die Offensive in die Defensive:

USB-Stick

Zunächst werden sechs Arbeitskreise gebildet, die unterschiedliche Themen analysieren und diskutieren sollen. Die Vorschläge dieser Gruppen werden gesammelt und sollen dann im Herbst in Form der „Österreichischen Internetdeklaration“ präsentiert werden.

Beruhigend, dass die Arbeitskreise unterschiedliche Themen bearbeiten – und auf die Deklaration bin ich hochgradig gespannt. Ob die wohl auf Pergament und handgeschrieben an die Tore des Bundeskanzleramts angeschlagen wird? Mehr zum Thema Online- und Offline-Symbolik gibt’s bei Helge, Freunde der seriösen Berichterstattung statten der FuZo oder den Digitalks (die übrigens heute Abend nicht-virtuell stattfinden) einen Besuch ab.

5 Antworten
  1. rip says:

    oh mann das is ja nicht wahr. sollen sie doch lieber *dringendst* kräftigere startup-förderungen anbieten, bevor österreich bald einen drittewelt usb-stick braucht: um sich bei google & co einloggen zu dürfen

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO

Möchten Sie neue Kommentare abonnieren?
Wann möchten Sie Ihre Benachrichtungen erhalten?