MenschMaschine: ein Social Media Kabarettabend mit 2 Videowalls, 3 Üblichen Verdächtigen und analoger Interaktivität

MenschMaschine: ein Social Media Kabarettabend mit 2 Videowalls, 3 Üblichen Verdächtigen und analoger Interaktivität

Zuletzt aktualisiert am 24. Januar 2018 um 20:13

Mmm, keep your temper
Never lose control of yourself
Keep control, be patient.
If you learn to do these things you can master anything.

Out of nowhere there came a caravan
This was around a campfire light
A lovely woman in motion
Her hair was as dark as the night.

     Wu Tang Clan: „Campfire“ (vom Abum „8 Diagrams“)

Lieben Dank an Walter Gröbchen für die zwei Pressekarten zum bunten MenschMaschine Abend! Normalerweise treiben mich ja nur Heinz, Werner und Martin als Science Busters in den Rabenhof, aber der Bunte Abend 2.0 erwies sich als überaus aufschlussreich. Dabei war es gar nicht einmal die dem lauen Abend angepasste Gagdichte, die mir sehr imponiert hat, sondern der Aufschlussreichtum des Experiments Komik 2.0. Dass da drei Radiomacher, die in ihrer angestammten Mediendomäne primär mit kontrolliertem Feedback umzugehen gelernt haben, sich vor eine Twitterwall und einem maximal Netz-affinen und aus selbstdefinitorischen Gründen überkritischem Publikum aus-setzten, war durchaus gewagt. Ob das Experiment gelang, muss die Geschichtsschreibung attestieren, ich habe jedenfalls einiges gelernt.

Gewiss ist Clemens Haipl ein lässiger Medienprofi, seine Art von Humor hat bei mir jedoch noch nie funktioniert, die Schuld dafür suche ich jedoch allein beim Autor dieser Zeilen. Eberhard Forcher beurteile ich dagegen extrem voreingenommen, füllt er doch die überlebensgroße Rolle des impressivsten Radiomoderators und vielleicht nicht besten, aber gewiss spektakulärsten DJs, den meine Heimatstadt Lienz je hervorgebracht hat, mit Grandezza und Bravour aus. Herrn Hermes kenne ich als so-gut-wie-nie Radiohörer vor allem aus der „Sendung ohne Namen“ und aus seinen Features über die Unteren 10.000 in Willkommen Österreich. Die Bühnenchemie zwischen den drei Protagonisten, die, sanft gelenkt von den launigen Regieanweisungen Meister Gröbchens ihr lose geplantes oder streng improvisiertes Programm abspulten, hat gestimmt: zwar kam bei einigen ausgedehnten Lese-Passagen zwischenzeitlich Langweile auf, grosso modo jedoch reichte der Spannungsbogen locker aus, um mich fast bis zum Ende im Saal zu halten. Hier ein kurzer Videomitschnitt, den ich mit meinem Handy aufgenommen habe:

Es müsste schon mit dem Leibhaftigen zugehen, wenn sich drei Moderatoren, die den überwiegenden, wenn nicht vollständigen Teil ihres Berufslebens beim staatlichen Rundfunk Comedy-Nischen für unterschiedliche Zielgruppen füllten, im Lauf der Jahre nicht ein Stammpublikum erspielt bzw. erredet hätten. Das überwiegend negative Feedback der anwesenden Twitteria (nachzulesen hier und dort) mag zum kleineren Teil einem gruppendynamischen Aufschauklungs-Effekt geschuldet sein und zum größerem dem altbekannten Phänomen, dass Widerspruch und Kritik immer noch die besten Motivatoren beim Verfassen von Leserbriefen sind, ganz sicher aber auch daran, dass die FM4-Teenage-Hörerschaft an diesem Abend eindeutig in der Minderzahl war.

Da erschien die weitgehende Ignoranz des Bühnentrios gegenüber der Twitterwall durchwegs als probate Strategie. Lustiger hätte ich’s allemal gefunden, wenn dieser derzeit auf allen möglichen Veranstaltungen omnipräsente und meist mehr nervige als nützliche Feedback-Typus von Beginn an konsequent ignoriert worden wäre. Doch auch so gelang es, einzelne Besucher in ganz analoger Manier effizient zu echauffieren, was mir den zweiten uneingeschränkt witzigen Moment des Abends bescherte (der erste kam vollkommen unerwartet als Eberhard plötzlich sein Mikro verlor und der dritte, als ich ein Tweet las – ich glaube, es war von Michaela – das der Einladung zweier weiblicher Gäste durch drei männliche Moderatoren Sexismus unterstellte). Ich kann mich nicht mehr an den genauen Wortlaut des Zwischenrufs der bewussten Dame erinnern, aber er ging sinngemäß ungefähr so: „Langsam fühlen sich die Facebook-User hier verlackmeiert – das, was ihr da zeigt, ist ja überhaupt nicht repräsentativ, wo habt ihr denn gesucht?“

Somit wurde auf unerwartete Weise das Versprechen der Interaktivität geradezu übereingelöst: das war großes Theater, das emotionalisiert, das die „User“ aktiviert, die Publikums-Bühnen-Sprachbarriere zu überwinden, um eine vermeintliche Missrepräsentation sicherzustellen. Miss.Repräsentation scheint mir dann auch das zentrale Stichwort zu sein, unter dem sich die Schwierigkeit des Unterfangens „Social Media Kabarettshow“ subsummieren lässt. Zu den unverzichtbarsten Ironie-Strategien gehören Überhöhung, Zuspitzung und Dekontextualisierung. Der moderne Heavy User, auch Geek genannt, stößt beim täglichen Prokrastinieren im Netz allerdings auf so viel medieninhärente Skurrilitäten, dass die Überhöhung respektive Übertreibung schlichtweg scheitern muss. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte sich ein weniger Medien-affines Publikum besser amüsiert, während die meisten Anwesenden gegenüber Pimmel-Klavieren und eigenartig offensiv zur Schau getragenen Manien bereits abgestumpft sind. Um die Humorlatte also über die Banalität des täglichen Netz-Alltags empor zu heben, müsste sich das Trio ins Reich von König Meta begeben. So war’s halt ein lehrreicher Abend mit wortgewandten Gästen (von denen einer sogar schauspielert), einer bezaubernden Zither-Spielerin, einer Live-Bandzuschaltung via Skype aus Russland und einer gut dosierten Prise Fäkalhumor. Ein wenig vorzeitig aus dem Saal getrieben hat mich dann ob der vorgerückten Stunde Polly-Adler-Erfinderin Angelika Hager, deren Kolumnen in Buchform ich mal in einem Arzt-Wartezimmer lesen musste, weil mein Handy leer und keine andere Literatur verfügbar war. Seitdem reagiere mit den klassischen Allergie-Symptomen (unkontrollierbare Rülpsanfälle) auf die „lebenslustige, selbständige, alleinerziehende und zeitgeistige Frau, das wollte ich dem p.t. Publikum ersparen. (Natürlich auf Polly, nicht Angelika, aber um erstere bzw. deren Facebook-Profil ging’s Interview.)

Fazit: Ich möchte den von mir überaus geschätzten Humorkritiker Hans Mentz paraphrasieren, der sich letztens in seiner Titanic-Kolumne überaus wohlwollend zum neuen Sacha Baron Cohen Film „Brüno“ äußerte: Nihilismus ist in Zeiten wie diesen nicht die schlechteste aller Strategien. Wir Netizens lachen über dicke Frauen, die beim Bullriding einen unfreiwilligen Kopfüber-Abstieg vorlegen, geizen nicht mit reichlich verteilter Schadenfreude und haben Rickrolling zum kulturellen Phänomen erhoben. Da verdient die kollektiv-analoge Anstrengung dreier arrivierter Radio-Komik Experten wohl durchwegs ein wenig Respekt – wenn das Resultat nicht besonders befriedigend ausfällt, so liegt dieser meiner Meinung nach ganz allein in der Natur der Sache.


Update: Das schreiben bloggende KollegInnen über die Premiere der Menschmaschine:

 

Jana Herwig stellt auf digiom Überlegungen zur Verbesserung des Formats an:

Natürlich sind Twitterer immer sehr kritisch – erst recht wenn es um das Social Web selbst geht, die Sphäre, in der sie sich jetzt schon so gut auskennen, wie der Rest der postindustriellen Gesellschaft in 15 Jahren. Ein Maß an Überkritik (wie Ritchie meint) kann es m.E. dabei nicht wirklich geben, denn eine Kuschel-Twitter- und Blogosphäre würde sich selbst ad absurdum führen (auch wenn manche Firmen, z.B. Jako, versuchen, Bloggern ihre Lust am Nörgeln abzugewöhnen) – die Frage wäre eher, wie man diese Eigenschaft nutzen und einsetzen kann.

Eberhard Lauth fand die Vorstellung ZIB21.com durchwachsen:

Was muss man tun, um für ein paar Stunden den führenden Hashtag in der deutschsprachigen Twitter-Sphäre zu stellen? Gehörig Wirbel machen. Und immerhin das ist der #menschmaschine im Rabenhof gelungen. Ansonsten war die Darbietung der interaktiv angelegten Web 2.0-Performance „Menschmaschine“ im Rabenhof (wir bloggten schon im Vorfeld und twitterten auch fleißig mit) durchwachsen.

Andi Gabmeyer vermisst auf Alte Knacker Namensschilder (und was Eberhard betrifft: Full Akk! Der steckt in die „jüngere Generation“ in punkto Unterhaltungsfaktor sowieso in die Tasche :mrgreen:):

Kurzum, es hätte die beste Facebook-Party hierzulande werden können, die Österreich jemals gesehen hat, aus diversen dummen Gründen wurde nichts daraus, schade eigentlich. Jetzt gehts mir wie den Fussballfans, die nach einem verlorenen Ländermatch allesamt die besseren Nationaltrainer wären, aber wenn der Gröbchen die Sache lizensiert, würde ich es leicht verändert ganz gerne in Wels oder Linz neu aufführen, aber nur mit dem Forcher alleine auf der Bühne.

Im Standard zog Rebecca Sandbichler ein durchwegs negatives Fazit – und bebilderte den Artikel mit Linzerschnittes Foto:

Die Internet-Inszenierung im Wiener Theater Rabenhof war der einzigartige Versuch ein Stück Zeitgeist über den sozialen Wahnsinn „Web 2.0“ zu schaffen – Es blieb beim Versuch.


24 Antworten
      • ritchie
        ritchie sagt:

        Den guten alten „Zusammenhang“ würde ich nicht überbewerten. Ist die „Kontextlosigkeit“ nicht geradezu eine medieninhärente Eigenschaft von Twitter und Co.? Oder vielleicht besser: die Kontext-Arbitrarität.

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        • sinnsausen sagt:

          bin auch hier nicht deiner meinung. wenn auch manche tweets inhaltslos und ohne sinn wirken, steckt doch meist eine absicht des verfassers dahinter. das reicht von provokation über allgemeine mitteilungen bis zu privaten infos. selbst beim tourette-bot gibt es bei aller inhaltslosigkeit doch einen roten faden.
          und twitter als willkürlich und zusammenhangs und inhaltslos zu bezeichnen finde ich schlicht falsch.
          just my 2 cents

          Antworten
          • ritchie
            ritchie sagt:

            Nein, Missverständnis: ich bin der letzte, der T. als inhaltslos bezeichnen würde. Ich meinte vielmehr, dass die fragmentierte Art der Informationsaufnahme typisch für Twitter ist: natürlich kann man Timelines, Entwicklungen, Konstanten etc. nachvollziehen (a posteriori).

            Aber in der Nutzungspraxis kommt der Fall, dass man im „richtigen“ Internet-Leben plötzlich einzelne Info-Brocken aus dem Zusammenhang gerissen sieht, sehr häufig vor. In den seltensten Fällen hat der Rezipient die Ressourcen, die Muße oder den Willen, den gesamten Kontext zu recherchieren. Technikinhärent ist bei Twitter aber gerade auch, dass die Nachvollziehbarkeit von Unterhaltungen doch relativ arbiträt funktioniert – sozusagen „Context loss“ als Layer zwischen Technik und Rezeptionspraxis. Das kann man in einem Web 2.0 Kabarett durchaus widerspiegeln, finde ich.

          • sinnsausen sagt:

            ok, war wirklich ein missverständnis, hab mich schon gewundert *g*
            obwohl… ;) ganz ohne widerspruch meinerseits gehts nicht. es kommt nämlich ganz auf den nutzungsstil von T. oder auch F. oder … an. wieso muss jeder follower wie irre anhänger sammeln ? wieso gilt hier #je mehr desto beliebter? viele follower zu haben impliziert nämlich imho ÜBERHAUPT nicht dass die qualität der tweets stimmt. und unter qualität mein ich nicht immer sinnvolles- nicht falsch verstehen.
            ich bin kein freund von „dem muss man folgen oder frienden oder xingen oder was auch immer“. ich bin da eher selektiv, daher kann ich auch problemloser versuchen interessante gedankentweets nachzurecherchieren. aber vielleicht ist das auch mein alter *gg*

            ich finde, dass man – um wieder zu diesem unsäglich elaborat von gestern zurückzukommen“- diese verfolgerei oder frienderei durchaus witzig hätte thematisieren können. und zwar nicht durch einen peinlichen user auftritt. andererseits. vielleicht war das gerade die intention der herren. jedoch jemanden absichtlich so einer peinlichkeit auszusetzen zeigt weder von humor noch von respekt dem anderen gegenüber.

            aber ich schwafel.. sorry..

  1. e.forcher sagt:

    danke dir für das ausführliche & faire feedback .
    schön zu wissen , daß dir unser abend so viel an feedback entlocken hat können
    (bei allen – auch uns akteuren durchaus bewussten – schwachstellen dieses chaos-experiments).

    e.f.

    Antworten
  2. Walter Gröbchen sagt:

    Schliesse mich EF an. Und muss dem Rabenhoftheater-Direktor Gratzer ein Kompliment aussprechen, weil er uns das Chaos-Experiment gestatt hat. Einiges ging definitiv in die Hose, anderes war nicht unwitzig, manches fragwürdig (und, ja, ich schätze auch beinharte Kritik) und der Abend war gewiss zu lang. Viel zu lang. Aber der Lernprozeß hat gerade begonnen! Theater, Radio, Web & Co. zu einem stimmigen Ganzen zu verschmelzen, ist die Aufgabenstellung. Ob das überhaupt geht? Wird werden sehen, weil wir auch weiter nachschauen und
    -denken wollen. Danke für die ausführliche, unbeschwerte und präzise Kritik. Ahoi, WG

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    • aufdraht sagt:

      nun dem versuch „Theater, Radio, Web & Co. zu einem stimmigen Ganzen zu verschmelzen“ – irgend sowas hat ich mir erwartet – würde beim nächsten mal doch ein kleiner live channel mit audio hilfreich sein. so blieb es -leider- für nicht anwesende ein virtuelles fragment, das weniger web 2.0 als mehr indoor kabarett blieb. ob das gut war oder nicht bleibt den üblichen präsenten kritiken überlassen. allerdings fänd ichs immer noch spannend so einen bunten abend mit f2f und vr also sowohl im theaterraum als auch im web zu kreiieren. danke für den versuch. bitte um mehrkanal-fortsetzung.

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    • ghostworld sagt:

      Vielleicht wäre es spannender gewesen, über die in Internet-Foren omnipräsenten „Trolle“ und Flamewars zu reflektieren, und die Publikumsinteraktion in der Tradition von „Jesus, Erlöser“ anzulegen (einen kurzen Moment war dazu im Rabenhof die Gelegenheit – das wurde jedoch gleich im Ansatz niedergeblödelt ;-)

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    • ritchie
      ritchie sagt:

      Der Name geht auf den „berühmten“ englischen Pop-Sänger Rick Astley zurück; aus dem Wikipedia-Eintrag zu Rickrolling:

      Es ist ein Scherz, bei dem in E-Mails oder auf Internetseiten ein Link zu allem möglichen angepriesen wird. Meist verkündet ein reißerischer Text, einen Star nackt zu sehen. Der Link führt dann aber zu einer eigenen Webseite oder zu dem Videoportal YouTube, wo man das alte Video von Never Gonna Give You Up zu sehen bekommt und ein kurzer Text hinweist: „You have been Rickrolled“ (dt.: „Du bist gerickrollt worden“).

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  3. marion sagt:

    eines vorweg: danke walter. ich finde deinen mut und deinen willen „zu tun und ned nur zu quatschen“ angenehm erfrischend, da – eh scho wissen: den mutigen gehört die welt!
    nur was mir gestern wirklich sauer aufgestossen ist und jetzt nachdem ich die veranstaltungskritik von ritchie gelesen hab, wieder und wieder hochkommt, ist der scheinbare unwille sich konkret mit den präsentierten inhalten zu beschäftigen.
    twitterwall, live-skype-konzert und youtube, ja die kleine technologieverliebte nerdin in mir fand’s super. die kleine in den 80er jahren sozialisierte feministen runzelte bereits bei der vorstellung der „entzückenden“ zitherspielerin leicht die stirn. tolle hechte, die flotten forellen sind einfach nur hübsches beiwerk? da dachte ich mir noch, zufall, egal.
    leider häuften sich die diesbezügichen zufälle:
    die leicht exibitionistische krankenschwester – ein fleischgewordener feuchter traum für männer, deren körper kein tempel mehr ist. sie wird von den drei vom zahn der zeit inzwischen ziemlich angeknabberten profi-komikern vorgeführt, wie ein tanzbär. bravo.
    das youtube silikonmonster aus brasilien(?), das mit ihren überdimensonierten möpsen, melonen zerquetschen kann. bravo. wos hamma glocht, chmelar foi owa!
    ist das euer facebook, euer youtube, euer web 2.0? walter, zumindest in deinem fall kann und will ich es nicht glauben.
    ich bin dann rausgegangen.
    es geht mir weder um binnen Is oder um quotenfrauen, nur bitte schreibts das nächste mal dazu, wenn ihr musikantenstadl 2.0 machts.
    greets,
    marion b.

    Antworten
    • ritchie
      ritchie sagt:

      Ich find gar nicht, dass die Krankenschwester „vorgeführt“ wurde. Und die Zitherspielerin war ja wirklich entzückend :mrgreen:

      Das Video mit den Melonen dagegen war… geradezu körperlich schmerzhaft. Aber für mich neu: man lernt nie aus.

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    • greta gögö garbo sagt:

      danke, marion. mich hat´s rasant an einige deutsch-noten erinnert: thema verfehlt, nicht genügend…
      dass das dargebotene AUCH web 2.0 ist, steht außer frage. dass überhöhtes, überspitztes ein probates mittel zur kritik ist, auch. aber – es wurde nicht kritisiert! und dass nur ein AUCH die gesamte veranstaltung trug, fand ich schlicht schade…

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  4. Gerald Bäck sagt:

    Ich denke das Hauptproblem der Veranstaltung war das gute Marketing im Vorfeld. Das war mal so richtig mediengerecht und ist bei der Web2.0 Community sehr angekommen. Dadurch waren aber die Erwartungen zu hoch und konnten nicht erfüllt werden.

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  5. max sagt:

    war ein schwer enttäuschender Abend!

    Vor allem wenn man bedenkt, dass z.B. auf der Ars Electronica vor 20 Jahren schon adäquatere Umsetzungen dieser Idee gezeigt wurden (obwohl es damals noch kein Web2.0 gab!!), Stichwort Van Gogh TV, Hotel Pompino, Stadtwerkstatt TV, etc., siehe z.b. dieser Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=xNKf8XSaagU

    Da kann ich dann nur Kreisky zitieren: „Lernen sie Geschichte!“

    das im Rabenhof gezeigte funktioniert vielleicht für 20 Sekunden im Radio, so war es aber um über 120 Minuten zu lang.

    Gerade so ein Abend zeigt wie dringend ein Generationswechsel bei FM4 notwendig ist.

    Oder halt FM5 gründen!

    Antworten
    • ritchie
      ritchie sagt:

      Hehe… das Video find ich super!!! Und wie schon oben geschrieben: ich fand’s nicht durchgehend unterhaltsam, aber auf jeden Fall lehrreich.

      Zum Thema Generationswechsel: da hängt ja mittlerweile ziemlich viel Infrastruktur dran; als Musikmarketing-Instrument ist fm4 mittlerweile nicht zu unterschätzen, v.a. weil .at so klein ist. Eigentlich der einzige Sender, bei dem man mit ein paar Mails/Anrufen aus dem privaten Freundeskreis problemlos *jeden* Track pushen kann. Das hat mit Credibility nix zu tun, ist aber eine andere Nische, die durchaus funktioniert.

      Ö3 dürfte ja früher auch mal „cool“ gewesen sein – das scheint mir aber der natürliche Lauf der Dinge, weil gerade in einem Staatsbetrieb (ich persönlich fand, finde und werde die Kombination aus „Popkultur“ und „staatliche Institution“ immer skurril finden) nicht mit Generationswechseln zu rechnen ist. Beim „Coolness-Wechsel“ von Ö3 zu FM4 war allerdings die Medienkonkurrenz wesentlich schwächer. Ich kann mir derzeit schwer vorstellen, dass fm4 noch die Chance hat, sich zu einem Mainstream-Radio zu entwickeln. Der Generationswechsel passiert aber auf jeden Fall hörerseitig; ich denke nicht, dass man auf Dauer mit Moderatoren, welche die Eltern der Hörer sein könnten, besonders viel rebellisches Sozialkapital ansammeln kann. Allerdings würd mich mal interessieren, welchen Stellenwert fm4 eigentlich bei den Kids von heute hat.

      Und: fm5 gibt’s doch schon längst :mrgreen:

      Antworten

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