Platterwatch: Überwacht den Innenminister

Platterwatch: Überwacht den Innenminister

Zuletzt aktualisiert am 6. März 2015 um 0:33

Nachdem ich mich letztens über ein Plakat mit unglücklich gewähltem Slogan mockiert habe, darf ich mich erneut über eine auf den ersten Blick gelungene Aktion wundern: Marie Ringler und Peter Pilz haben getreu dem Motto Überwacht den Überwacher! Platterwatch ins Leben gerufen.

Ein Innenminister, der gerne *alles* über seine BürgerInnen wissen möchte (siehe Eselsohr „Nein zu Metternich 2.0“ rechts oben), muss einfach etwas zu verbergen haben, so die Kernidee. Also wird der Überwacher überwacht, und das scheint ihm nicht besonders zu schmecken:

Heute war das Platterwatch Team wieder im Einsatz. Der Innenminister hat den Schlepperbericht 2007 präsentiert. Wir wollten ihn beobachten. 10 Mann und Frau hoch, in unseren schönen neongrünen Platterwatch Jacken. Und natürlich mit Kamera, Handycam und Co. Wer sich versteckte war allerdings der Innenminister. Offenbar ist ihm die Aktion gar nicht recht, denn wir durften nicht in den Pressekonferenzsaal und als er dann von Journalisten bei der Pressekonferenz nach Platterwatch gefragt wurde, blieb er wortkarg: „Kein Kommentar“.

Die „Videoüberwachung“ wird auf der youtube-Gruppe Platterwatch genau dokumentiert – und da kommen dann solche rührenden Szenen raus wie in diesem Kurzfilm:

(Ich war noch *nie* auf einer PK, wo irgendjemand eine Ausweis sehen wollte. Aber ich geh ja auch nie zu Minister-PKs.)

Niemand wird ernsthaft annehmen, dass „fighting fire with fire“ einen gangbaren Weg darstellt – ich sehe die Platterwatch in der von mir geschätzten Traditionslinie des grünen Aktionismus. (Auhirsch!) Manche mögen sowas kindisch finden, wie aus den Kommentaren auf Maries Blog auch deutlich hervorgeht. (Aber wer weiß: wenn die NL-ÖVP eine kompetente Online-Marketingagentur hat, dann wird sie ja sicherlich so schlau sein, Poster zu bezahlen.). Ich persönliche denke, dass es momentan in .at beim Thema Überwachung noch gar nicht um Meinungsbildung, sondern um das Erzeugen von Awareness geht, denn die ist auf breiter Basis beim einfach nicht vorhanden: und dazu ist

7 Antworten
  1. der Sardinier says:

    Die Frage, wieviel „Aktionismus“ verträglich und erlaubt ist, muss man in der Tat immer wieder neu stellen: ich habe zwar ganz und gar nix gegen „Awareness Raising“ und Originalität – das kommt in deinem Artikel ja auch so rüber – aber wenn auf der anderen Seite die „insitutionellen“ Möglichkeiten nicht oder nicht ausreichend ausgeschöpft werden, dann spricht das in der Tat nicht für ein ausgeprägtes Demokratieverständnis; also kurz gesagt: bin da auch ganz deiner Meinung :cool:

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  2. Eol says:

    Naja, wenn die Bestartigung nicht direkt von diegruenen.at kommt, waers nur eine Frage der Zeit gewesen, bis rauskommt das die Domain von einem Gruenen registriert wurde.
    Ich finde ja auch das die Person ‚Platter‘ nichts dafuer kann, aber so einfach ist das mit einem Untersuchungsauschuß in Oesterreich auch nicht….

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    • ritchie
      ritchie says:

      Mit der Registrierung hast du natürlich recht… aber andererseits ist die Sache mit Untersuchungsausschuss schon sehr einfach – zum Glück wurden in den letzten Jahren die sog. Minderheitenparteien-Rechte im Parlament sehr gestärkt. Dass es den U-Ausschuss nach wie vor nicht gibt, finde ich durchwegs skandalös und ärgerlich :evil:

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    • Eol says:

      Ich weiss nicht. Bin vielleicht zu unbeleckt was U-Ausschüsse angeht, was braucht man ? Ein einfache Mehrheit ?

      Ich hab medial nur den Banken- und Eurofighter U-Ausschuss mitbekommen (und davor war lange keiner) und da war ein langes Hickhack davor OB man die machen sollte. Glaube nicht das es daran liegt das keiner einen machen will.

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