tsu bezahlt Social networker

tsu [tsū] – ein Social Network bezahlt seine Nutzer fürs Posten

Zuletzt aktualisiert am 26. April 2018 um 20:47

Wir schlagen uns nun schon seit Jahren mit Facebook rum und hoffen auf Alternativen. Da war das puristische App.net, kürzlich kam Ello.co daher, das Privatsphäre und Werbelosigkeit verspricht, und nun will tsū (Gesundheit!) sogar dafür bezahlen, damit wir auf seiner Webseite abhängen statt anderswo. Das klingt irgendwie mitleiderregend und erinnert an den einsamen, verbitterten Millionär, der den Taxifahrer bezahlt, damit der ihm in der Nobelvilla noch ein wenig Gesellschaft leistet. Wir Blogger helfen ja gerne, wo wir können – also flugs mal bei tsu registriert.

Erst im kürzlich verstrichenen September erblickte der hässlich-türkise Facebook-Clon das Licht der Netzwelt samt Android und iPhone Apps. Jeder Facebook-Nutzer wird sich sofort tsū-rechtfinden – bei Profil, Newsfeed und Postingtypen wurde schamlos abgekupfert. Das Resultat ist eine Art reduziertes Facebook für Arme mit viel recht aufdringlicher Bannerwerbung.

tsu Profil

tsu – Ansicht des eigenen Profils

tsu Newsfeed | tsū social Network

Der tsu Newsfeed funktioniert analog zu Facebook.

Aber tsū will uns ja stinkreich machenk. Nicht, dass das nicht schon vorher Leute probiert hätten: vom schwindligen Multilevel-Marketer bis zum eher seriösen, 2012 gestarteten bubblews versprach schon so mancher Netzwerkbetreiber seinen Schäfchen reichliche Entlohnung für das, was sie am liebsten tun: Fotos von ihrem Frühstück posten und neue Freunderln finden.

Können dich tsu und Social Media reich machen? Bleibt tsū?

Bemerkenswert ist erstens, Sancus Capital tsu.co vor dem Launch mit saftigen 7 Millionen Dollar Kapital ausgestattet hat. Und zweitens, dass Gründer Sebastian Sobczak eine mittelgroße Liftkabine voller Prominenter, darunter 50 Cent und NBA-Start Carmelo Anthony, als Testimonials motivieren konnte. Die waren bislang auf der Plattform freilich weit weniger aktiv als die Verkaufsabteilung, denn Banner prangen allenthalben.

Werbung bringt die Kohle rein, welche Sebastian nach einem ungewöhnlichen Schlüssel aufteilen will: 10 Prozent gehen an tsū, die restlichen 90 Prozent an die Nutzer, und zwar nach einem ausgeklügelten System, das sowohl berücksichtigt, welche Inhalte Werbeerlöse generiert haben als auch, wer wen ins Netzwerk eingeladen hat. Wie das funktionieren soll, versucht tsu künftigen Micro-Millionären mit einem Rechenbeispiel näher zu bringen (Übersetzung vom Autor):

  1. Nutzer Gotthelm generiert mit Fotos von seinem morgendlichen Rührei 1 Dollar an Werbeeinnahmen.
  2. Tsu nimmt sich davon 10 Cent, die restlichen 90 Cent werden unter den Nutzer aufgeteilt.
  3. Gotthelm kriegt 50% von den 90 Cent, kann sich also um 45 Cent ein neues Frühstücksei kaufen.
  4. Achtung, jetzt wird’s kompliziert: Gotthelm wurde seinerzeit von Gottfried eingeladen, den wiederum Gotthard ins Netzwerk geholt hat, der seine Einladung von Gottlieb bekam.
  5. Deshalb kriegt Gottfried 33,3% von den 90 Cent, also in etwa 30 Cent. 11,1% oder 10 Cent streicht Gotthard ein, 3,70% oder 3 Cent kassiert Gottlieb.
  6. Was mit den verbleibenden 1,9% passiert, weiß nur der Geier.

Wer also noch tonnenweise frischen Content rumliegen hat, der kann den ja mal probeweise bei tsu reinschaufeln, bevor er verdirbt. Reich wird aber nur, wer viele Freunde hat, die viele Freunde haben – eben fast wie im richtigen Medien-Leben.

Wie funktioniert die Registrierung auf tsū / tsu?

Einen Account gibt’s nur auf Einladung – das hat nix mit beta zu tun, sondern wird auch zukünftig so bleiben. Schließlich muss tsū ja nachvollziehen, wer wen ins Boot geholt hat. Um beim neuen „Wer wird Millionär“ mitzuspielen, benötigt man die Short-URL eines bereits registrierten Nutzers, zum Beispiel die des Bloggers Ihres Vertrauens. Klicken Sie einfach drauf, um sich zu registrieren:

tsu.co/datadirt

Die Profileinrichtung ist rasch erledigt. Wer Facebook-, Twitter- und Instagram-Account reinlinkt, findet Freunde von diesen Netzwerken zukünftig auch auf tsu. Status-Updates funktionieren wie von Facebook gewohnt, nur das hässliche türkis lässt sich in den Settings leider nirgends abstellen.

Fazit: Dass der starke Fokus auf Monetarisierung ganz allein ausreichen wird, um tsu richtig abheben zu lassen, darf durchaus bezweifelt werden. Ohne eigenständige Features dürften sich hier erstmals nur Tupperware-Partyveranstalter und Pyramiden-Vertriebler so richtig wohlfühlen. Aber ich lass es Sie sofort wissen, wenn ich auf tsu meine erste Million verdient habe. Da hilft auch ein Zusammenschnitt von Jaron Lanier Interviewfetzen nix:

PS: Woher der Name tsū denn nun wirklich herkommt, konnte ich nicht letztgültig ignorieren. Ein japanisch-englisch Online-Wörterbuch bietet „steal“ als Übersetzung an. Von der „Kunst des Krieges“ kann das Wort auch nicht stammen, denn die übliche Übertragung schreibt sich mit „z“, also Sun Tzu. Sachdienliche Hinweise jederzeit erwünscht!

26 Antworten
  1. Andrea ND sagt:

    Das auch. Das ū finde ich ziemlich gut.
    Aber ich habe ein konkretes Konzept für ein Netzwerk, und solange es das nicht gibt, gefallen mir keine anderen. Basta.

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  2. Andrea ND sagt:

    Du willst nur meine Idee klauen und reich damit werden, stimmts?
    Und aus Selbstschutz muss ich erst fragen, wann bei dir Frühstück ist …

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  3. TobiEndres1 sagt:

    Also das Netzwerk hat auf jedenfall Potenzial aber ich denke, dass die Bezahlung sehr sehr minimal sein wird, da die Userzahlen enorm ansteigen aber die Einnahmen durch Werbung nichtmal ansatzweise mithalten können. 

    Die ersten Eindrücke waren ganz gut es ist schön schlicht designed und übersichtlich. Dafür halt nicht ganz so viele Funktionen. Man kann keine Gruppen oder sonstiges erstellen aber vielleicht hat Tsu das auch garnicht vor.

    Wir haben uns jedenfalls eine Seite auf Tsu erstellt auf der wir außergewöhnliche Kunst und Designs posten. Da wir viele Follower haben erhaltet ihr automatisch auch Geld durch uns wenn ihr euch über unseren Tsulink registriert. Umgekehrt natürlich genauso :)

    Hier der Link: http://tsu.co/datadirt

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  4. TobiEndres1 sagt:

    Ich werde gerechtlich gegen dich vorgehen, da du meinen Inhalt einfach verändert hast. Beweisscreenshots und Metadaten sind vorhanden.

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  5. hzirl sagt:

    Ich hätte hierzu noch eine Frage: Sind Tsu-Beiträge wirklich öffentlich? Ich meine, wenn ich nicht angemeldet bin und einen Link klicke, der auf ein Posting bei Tsu verweist, geht immer dieses Fenster mit „Ich soll mich registrieren“ auf. Wenn ich das nicht will, hab ich Pech gehabt – oder?

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  6. FrankDreesbach sagt:

    datadirt TobiEndres1 Moderation ist was anders. Werbe-Links in Kommentaren aber absolut no-go. Der ganze Kommentar ist ja ein überall reinkopierbarer Werbetext und kein Kommentar zu diesem Blog-Artikel. Auf die Reaktion des Gerichtes bin ich gespannt. Richter: „… und Sie meinen wirklich, wir sollten uns damit befassen, dass ein Website-Betreiber Ihren Werbelink in Ihrem Werbe-Kommentar verändert hat? Ach so, er hat Werbe-Links in seinen Richtlinien nicht ausdrücklich verboten und das hier “ … der den kommerziellen Interessen von datenschmutz/pnc zuwiderlaufende Inhalte, diese zu löschen, zu verändern … “ fanden Sie irrelevant?Wissen Sie was, nehmen Sie Ihre ganzen ausgedruckten Screenshots und Metakrams mit nach Hause und fahren sie mal ein paar Tage an den Strand, ohne Internet. Schönen Urlaub!“

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  7. FrankDreesbach sagt:

    Spätestens jetzt wird klar: jeder, der zu tsu einlädt, ist nicht an sozialer Interaktion interessiert, ihn treiben monetäre Interessen. Das gilt auch für die Beiträge. Die soziale Beschaffenheit der Nutzergruppe definiert sich hier im Interesse, aneinander Geld zu verdienen, und das beeinflusst die Gestaltung der Beiträge. 

    Eventuell wird es weniger Katzenvideos geben, dafür mehr Beiträge ähnlich derer von Upworthy mit Titeln wie „Als ich das gesehen habe, hat sich meine Einstellung zum Leben verändert…“ 

    So sehr man sich darüber echauffieren kann, dass der Erfinder von Facebook durch seine Nutzer extrem reich wird, so sehr werden alle Aktionen bei tsu die Motivation der Nutzer in Frage stellen. Facebook ist wegen der sozialen Funktionen (Gruppen, Beziehungen, Interessen) so groß geworden, trotz aller Datenschutz-Probleme. Ello ist da wesentlich smarter und weniger datenintensiv verknüpft, aber wer will das?

    Und wer macht schon eine EÜR für sein Finanzamt wegen der paar tsu-Erträge…

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  8. IngoMebus sagt:

    Gab es sowas nicht auch mal unter dem Namen globalshare? Und wesharesuccess oder so? Auch bei Facebook werden immer weniger gute Inhalte gepostet und die ganzen Networker nerven. Ich für meine Person finde mittlerweile Pinterest sehr gelungen.

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  9. datadirt sagt:

    IngoMebus  Ja, da gab’s schon einige Versuche in die Richtung.

    Und Pinterest find ich auch interessant… wobei die Seite halt nach wie vor sehr US-lastig ist.

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  10. MaikPh sagt:

    Totaler bullshit mit dem Verdienst hier der hier geschildert ist. Ab 100 Dollar bei Auszahlung gehen 10% an die Plattform zur Erhaltung. Der Rest wird komplett aufgeteilt. Hast du mehrere Leute unter dir dann geht auch kein Geld verloren und Schneeballsystem ist es auch nicht du kaufst dich ja nich rein. Und klar ist auch das es seine Zeit braucht um richtig zu verdienen aber wo ist das nicht der Fall? Wenn man ein bissjen über business bescheid weiß machst du dort mehrere tausend dollar pro Monat und es ist klar das die ganzen Skeptiker sagen es bringt nichts. Klar sie waren wahrscheinlich drin und die Werbung wirbt natürlich mit join in und werde reich das alle denken ich meld mich an und dann in 2 tagen bin ich reich und dann sind se enttäuscht. Ich bin seit paar Wochen drin ich nutze es wie in einem betrieb in dem Sinne und ich hab mein Erfolg. Mein account ist weltweit repräsent und ich habe sehr viele neue Kontakte bekommen bin auch in ein tolles Team gekommen mit gleichen Interessen und hab dadurch sogar beruflich Möglichkeiten um was daraus zu machen. Positiv ist auch das tsu drauf achtet ein gesundes Klima zu halten und keine negativen und provokanten Dinge zulässt wie facebook es tut und mich motiviert tsu auch durch posts anderer mein eigenes leben zu verbessern. Aber klar reich wirst du anfangs nichts denn Zeit ist Geld. Und im Endeffekt tust du das gleiche wie bei facebook und wirst dadurch bezahlt. Is in dem Sinne Geld für lau also probiert das einfach mal ihr könnt definitiv nichts verlieren! Und wenn ihr aktiv seid dann wächst das ganze auch schnell und das es laufend heißt ladet Leute ein is aus dem Grund des mitverdienst es ist natürlich kein muss. Also wie gesagt ausprobieren und durchstarten wie ihr es selbst wollt ich stehe euch gerne zur Verfügung ich hab ein gutes system und ja… Falls ihr dazu eine vanity url benötigt könnt ihr MDancer verwenden. Viel Glück

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  11. Greengranada sagt:

    Ich bin sehr zufrieden! Tsū ist einfach super. Anfangs bekam ich nur einige Centbeträge, aber mittlerweile, nach einigen Wochen auf tsū erhalte ich ca 10€/ Tag. Tsū funktioniert ähnlich wie Instagram, nur man bekommt Geld, das durch Werbung finanziert wird. Meiner Meinung nach eine super Sache:-)
    Wenn ihr wollt könnt ihr ja mal mein Profil besuchen, würde mich freuen :P

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  12. jo7nas sagt:

    Ich kann euch helfen! Ich liebe diese App einfach und bekomme ca 100 dollar pro Monat!
    Hier machst du leicht Geld ohne viel Aufwand. Ich persönlich habe fast 4k Follower und habe mich aufs einladen spezialisiert und verbringe sehr viel Zeit damit den neuen zu helfen und zurechtzukommen, nur so kann man gut verdienen. Ihr braucht einen Invitation code, ich hab: „datadirt“ verwendet – jeder der sich darunter anmeldet dem helfe ich direkt viele Follower zu bekommen, teile eure Bilder damit ihr viele Likes bekommt und gebe euch Tipps. Lasst uns zusammen verdienen!

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