Video-Interview: Der mit dem Wolf twittert

Während viele User ihre ersten Quoten-Erfahrungen mit Twitter sammeln, ist Reichweite für den österreichischen ZIB2 Anchorman Armin Wolf ganz und gar nichts ungewohntes: durch seine für ORF-Verhältnisse außergewöhnlich kritischen Interviews mit Studiogästen gewann der Journalismus-Profi rasch Fans. Vor einigen Monaten begann Armin Wolf, Twitter intensiv als „Fernseh-Rückkanal“ zu nutzen: er fordert die Seher auf, Interviewfragen vorzuschlagen, berichtet über seine Arbeit und unterhält sich mit seinen Seherinnen und Sehern. Innerhalb kürzester Zeit avancierte @arminwolf zu einem der meist-gefollowten Microblogging-Accounts Österreichs. Nach seinem Eröffnungsvortrag am Werbeplanung Summit 2009 habe ich Herrn Wolf vor die datenschmutz-Cam gebeten und ihn unter anderem gefragt, warum es in Österreich keine relevanten Blogs gibt. Zwar versuchte ein äußerst hartnäckiger Müllwagen mehrfach, unser Interview vor der Nationalbibliothek zu stören – aber wir haben uns davon nicht aus der Ruhe bringen lassen:

Armin Wolfs Eröffnungsvortrag am Summit hat mir sehr gut gefallen: sein Zugang ist vollkommen untechnisch, zu schätzen weiß der Journalist an Twitter vor allem das rasche Feedback. Manchmal reichen 140 Zeichen dann aber doch nicht aus – weitere Reflexionen des ZIB2 Anchorman findet man auf seinem ORF-Blog.

Über Armin Wolf

Der gebürtige Innsbrucker (Jahrgang 1966) arbeitet seit 1985 für den ORF, u.a. als Politik-Redakteur, USA-Korrespondent in Washington D.C., Redaktionsleiter der Zeit im Bild 3 und als Moderator von „Offen gesagt“, „Pressestunde“ und der ORF-„Sommergespräche“ 2005. Wolf hat Politikwissenschaft, Soziologie und Zeitgeschichte studiert (Mag. Dr. phil.) und ist regelmäßig Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an den Universitäten Wien und Innsbruck. 2006 erschien sein Buch Promi-Politik. Prominente Quereinsteiger im Porträt (gem. mit Euke Frank, Czernin-Verlag Wien), im Sommer 2007 erschien im Nomos-Verlag Image-Politik: Prominente Quereinsteiger als Testimonials der Politik. Für seine journalistische Tätigkeit wurde Armin Wolf vielfach ausgezeichnet.

29 Antworten
  1. Franz says:

    Tolle Sache, Ritchie. Vor allem gefällt mir Wolfs Aussage „Twitter hat meinen Stress deutlich erhöht“, was er gleichzeitig durch die Vorteile abfedert.

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  2. BikeArea says:

    Sehr feines Video! Gut gemacht! – Und wenn der Müllwagen nicht thematisiert worde wäre, hätt‘ man’s gar nicht mitbekommen. ;)

    Da wär‘ vielleicht auch mal was für die ZIB2? – Interviews in Umgangssprache bzw. Mundart? Wobei: Das „JETZT“ rutscht A. W. eh immer wieder als „iatzt“ heraus – ein letzter Tiroler Rest.

    Die kleine Anmerkung zum offenbar nicht sehr userfreundlichen ORF-internen CMS bzw. Redaktionssystem (Horta, oder wie heißt das nochmal) sollte vielleicht erhört werden. Das hat man schon öfters vernommen, daß die ORFler damit selber nicht sehr glücklich sind…

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  3. Wini says:

    Wirklich gelungene Auswahl an Fragen, auf die Herr Wolf, meiner Meinung nach, sehr charmant antwortete. Somit, wie fast immer, gelungenes Video.

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  4. Stefan says:

    top interview!

    man nehme mal den sonderfall vorarlberg unter die lupe, wo es durch plattformen wie meinegemeinde.vol.at doch relativ viele von laien geschriebene artikel in DAS mainstream-medium „vorarlberger nachrichten“ schaffen.

    ein wenig off-topic, aber immerhin rühmen sich die vn mit einer täglichen reichweite von über 60 % in vorarlberg, alle medienhaus produkte gar mit über 80 %.

    und ad öffentlichkeit stimme ich jana vollkommen zu.

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    • _WhiteNoise_ says:

      Meiner Meinung nach kann man das nicht als Beispiel nennen, in Vorarlberg herrscht quasi ein Monopol was die Nachrichten anbelangt. Lass‘ uns hoffen, dass das Vorarlberg-Russ’sche-Modell NICHT Schule macht – ganz abgesehen von der haarsträubenden „Qualität“ dieser Zeitung.

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  5. Peter says:

    Ein Ost- und ein Westtiroler; ich hoffe hinter der Kamera stand ein Südtiroler ;-)
    Interessantes Interview. Schreibt mir den Habermas nicht zu schnell ab ;-)
    (Das ich dsa eimal sage; muss an der hitze liegen)

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  6. Jan A. Poczynek says:

    Danke Ritchie!
    das interview würde ich fast als „meilenstein“ bezeichnen. schließlich ist Armin Wolf ein vertreter des mainstreams und weit einfernt von „digital native“. seine aussagen könnten eine große wirkung auf die web2.0 akzeptanz in der 40+ liga haben.

    => genau dort müsste dein interview hinreichen…

    super arbeit!
    sunshine!
    Jan

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  7. Michael Hafner says:

    cooles Interview und schöne statements;

    wobei ich mich auch frage:

    * Wie relevant ist die öffentliche Debatte (ohne ihren Zwangsapparat betrachtet)?
    * Warum wird vorausgesetzt, dass man dort mitreden will? Allein diese Annahme übergeht vieles, dass diskutierenswert wäre.

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  8. Tom says:

    Auch von mir Lob. Obwohl ich vorher noch nie von Armin Wolf gehört habe fand ich das Interview so Interessant dass ich es mir komplett ansehen musste. Interessant fand ich besonders die Aussage mit dem Stressfaktor Twitter, geht mir genauso.

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  9. Pawel says:

    Manchmal sind bei mir solche Streams auch enorm lahm. Ich habs einfach im Hintergrund laden lassen. Ist jedenfalls ein Klasse Video !

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  10. david says:

    ich finds total interessant wie gewisse, sagen wir normale leute mit twitter umgehen, wenn sie checkn was das ist…es zeigt sich sofort wer offen ist und das echtzeitding verstanden hat oder wer das mikrobloggen zu wörtlich nimmt..und immernoch als bloggen, d.h.. konservativ veröffentlichen, wahrnimmt und nicht an den „Buzz“ denkt.lol

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  11. Jan says:

    Video ist klasse, gerne mehr davon. Ich sehe Twitter schon wieder auf dem absteigenden Ast. Für mich kostet es einfach zu viel Zeit.

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  12. web-barrierefrei says:

    Tolles Video und ein sehr authentischer und sympathischer Armin Wolf. Bin ja gespannt wen du in Zukunft noch so vor die Kamera holen kannst.

    Weiter so!

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  13. Sandra says:

    Bei meinen Website Usern funktioniert es nicht, User als Follower aufzubauen, aber dafür ist das Thema wahrscheinlich zu speziell. Das Video ist trotzdem klasse!

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