Die Wahl des richtigen Beraters

Was passiert eigentlich in einem Online Marketing Workshop?

Immer wieder werde ich gefragt, wie meine Online Workshops eigentlich aufgebaut sind. Pauschal lässt sich diese Frage allerdings nicht beantworten. Inhalte und Methodik hängen stark von den Anforderungen des jeweiligen Kunden, von seinem Vorwissen und vom bestehenden Setup ab. Letztendlich zielen Schulungen, Coachings und Workshops aber stets darauf ab, Mitarbeiter auszubilden und Wege aufzuzeigen, wie das Unternehmen seine Ziele effizienter erreicht oder KPIs nachhaltig steigert.

Die sogenannten Key Performance Indicators sind jene Maßzahlen, die Auskunft über den Erfolg der gewählten Maßnahmen geben. Selbst in einem scheinbar so homogenen Business wie dem Online Shopping können sich diese Erfolgsindikatoren deutlich unterscheiden, wie diese Beispiele dreier gar nicht so fiktiver Online-Shops zeigen:

  1. Ein neuer Online Shop möchte in erster Linie Neukunden gewinnen, diese zu einer ersten Bestellung animieren und in weiterer Folge möglichst viele Erstbesteller zu Stammkunden machen.
  2. Ein alter Online Shopping Hase, der im Lauf der Jahre eine umfangreiche Kundenkartei aufgebaut hat und bei seinen wichtigsten Keywords sowieso gefunden will, will seine Bestandskunden zum häufigeren Bestellen animieren.
  3. Ein dritter Shop-Betreiber freut sich zwar über Besuchermassen, versteht aber nicht, wieso die Conversion Rate seit dem letzten Relaunch komplett im Keller ist.

Im ersten Fall wird ein breites Spektrum an Neuakquise-Tools Mittel der Wahl sein. Ob AdWords, SEO-Maßnahmen, Facebook Werbekampagnen oder Medienkooperationen in Frage kommen, hängt von den Gewohnheiten der Zielgruppe, der Stärke der Konkurrenz und etlichen anderen Faktoren ab, die im Vorfeld analysiert werden müssen.

Im zweiten Fall spielt weniger das Konkurrenzumfeld als vielmehr die Analyse der bestehenden Daten eine Rolle: Welche Themen haben in vergangenen Newslettern funktioniert? Wie könnte eine Kampagne aufgebaut sein, die ehemalige Kunden daran erinnert, wieder mal einzukaufen?

Der dritte Shop wiederum ist ein klassischer Fall für On-Site Tracking, Split-Testing und Usability-Analyse.

Alle drei Vorgehensweisen erfordern unterschiedliche Werkzeuge und Vorfeld-Analysen. Egal ob Kurz- oder Ganztagesworkshop, für optimale Resultate ist es entscheidend, im Vorfeld bestehende Probleme möglichst vorurteilsfrei zu skizzieren und Ziele zu definieren, die im Rahmen der verfügbaren Mittel realistisch umsetzbar sind.

SWOT Analyse

Die SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats) ist ein bewährtes Mittel, um den strategischen Fokus zu schärfen

Natürlich stehen nicht immer Verkäufe oder Conversions im Zentrum des Interesses. Einmal liegt der Schwerpunkt auf Online PR Themen, ein anderes Mal will die HR Abteilung wissen, welche Recruiting-Möglichkeiten LinkedIn im Vergleich zu Xing bietet. Entscheidend ist in jedem Fall: Fokus, Inhalte und Ziele des jeweiligen Workshops müssen im Vorfeld klar definiert werden, um ein optimales Ergebnis zu erhalten.

So kann sich Ihr Berater und Coach vorbereiten, um die Teilnehmer weder zu überfordern noch zu langweilen. Ein Unternehmen, das neulich einen €100 AdWords-Gutschein im Postkasten gefunden hat und darüber nachdenkt, ob AdWords Werbung sinnvoll sein könnte, hat selbstverständlich andere Bedürfnisse als ein Großkonzern, dessen Kommunikationsabteilung mehrere Online-Experten angehören, die jede finstere Ecke des CPC-Universums aus eigener Erfahrung kennen.

Wie finden Sie den richtigen Berater?

Für einen Mann mit einem Hammer ist jedes Problem ein Nagel. Denken Sie daran, wenn Ihnen jemand unabhängig von Ihren konkreten Anforderungen Standard-Werkzeuge andrehen möchte, die für Ihre spezielle Aufgabenstellung womöglich gar nicht oder nur suboptimal geeignet sind.

Je länger und intensiver sich ein Unternehmen mit dem Thema Online Marketing bereits beschäftigt hat, desto spezifischer werden die Fragenstellungen und Problemlösungen sein, die im Workshop besprochen und erarbeitet werden sollen. Dass ein Online Marketing Berater über umfassende praktische Erfahrung verfügen und unabhängig agieren sollte, versteht sich von selbst. Klären Sie im Vorfeld Ihre Erwartungen möglichst genau. Orientieren Sie sich dabei an den Fragen Ihres potentiellen Auftragnehmers: Macht er sich ein umfassendes Bild von Ihrem Geschäftsmodell und Ihren bisherigen Aktivitäten? Geht er auf die Spezifika Ihrer Situation ein?

Ein meiner Meinung ganz wesentliches Kriterium für die Glaubwürdigkeit und Seriosität eines Beraters ist dessen eigener Online-Auftritt. Das Spektrum ist breit gefächert und reicht von Koryphäen bis zu Neulingen: Wenn jemand Twitter-Workshops anbietet, über seinen eigenen Account aber gerade mal 20 Kurznachrichten an drei Follower verschickt hat, ist dies ein deutlicher Indikator für bloß oberflächliche Kenntnis der Materie.

Neben all diesen Faktoren spielt natürlich auch die persönliche Sympathie eine ganz entscheidende Rolle. Wenn die Fakten stimmen, dann lassen Sie doch einfach Ihr Bauchgefühl entscheiden!

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