Social Media Feeds DSGVO-konform einbinden

Social Media Feed-Integration mit WordPress – SEO-optimiert und DSGVO-kompatibel!

Zuletzt aktualisiert am 9. Juli 2018 um 14:13

Die eigene Webseite mit oder versus Social Media – ein komplexes Thema in Zeiten der DSGVO, das weit über Profil- und Sharebuttons hinausgeht. Über letztere habe ich in der Vergangenheit bereits ausführlich berichtet, erstere lassen sich problemlos via Theme, Widget oder auch händisch einbauen. Aber wie schaut’s mit der Darstellung der eigenen Social Media Inhalte auf der Webseite aus? Ich habe mich, nicht zuletzt aus DSGVO-, aber zuallererst aus SEO-Gründen für eine „Deep Social Media Integration“ entschieden, die über eine gewöhnliche Social Wall hinausreicht.

Die Debatte über das Hosting bzw. re-importieren der eigenen Social Media Beiträge ist keine neue. Vor einigen Jährchen starteten Sascha Lobo und Felix Schwenzel gemeinsam Reclaim, das Social Media Inhalte zurück ins Blog holen sollte, doch das Interesse der Öffentlichkeit war enden wollend. Weil das alles recht kompliziert ist und die meisten Nutzer auch gar keinen großen Sinn in diesem Mehraufwand erkennen, wie Felix in Indie war gestern beschreibt.

Historischer datenschmutz Podcast aus dem Jahre 2013 – Sascha Lobo über Reclaim

Mithilfe des Indieweb und seiner diversen Zusatz-Module kann mit ein wenig Bastelei eine gelungene Hubpage zusammenbauen – eine schöne Beschreibung findet man bei Kim-Christian Meyer – ein Live-Beispiel ist die „Rückseite“ von Felix‘ Blog, die Webmentions, externe Kommentare und Co. auf einer Page aggregiert.

Spannend wäre für viele Blogger natürlich speziell der Kommentar-Reimport: Man postet einen Beitrag auf der Facebook-Page und die Replies tauchen dann direkt im Blog auf – verlockend, aber seit den „Cambridge Analytics API Changes“ kaum umzusetzen, zumal selbst Bridgy aufgegeben hat. Angesichts der harten Fakten, dass aufgelistete Retweets und Backlinks von anderen Seiten meinen Lesern wenig Mehrwert bieten, möglicherweise DSGVO-Troubles machen und der Performance nicht unbedingt zuträglich sind, habe ich diese Re-Import Variante für datenschmutz.net erstmal auf Eis gelegt.

Aber wie schaut es mit der Darstellung der Social Media Postings auf der eigenen Seite aus? Grundsätzlich bieten die meisten Plattformen eigene Widgets an, mit denen man Facebook-Fanboxes, Twitter-Feeds und dergleichen einbinden kann, aber nicht sollte. Weil:

  • Problem 1: Diese Widgets holen sich die Daten live von den jeweiligen Plattformen und übermitteln daher persönliche Daten – da hat die DSGVO etwas dagegen.
  • Problem 2: Die vielen Requests bei jedem Aufruf der Seite verlängern die Ladezeit.
  • Problem 1: Die dargestellten Daten werden meist via iFrame oder Javascript eingebunden, bleiben also für Google unsichtbar und sind damit SEO-technisch wertlos.

Die Lösung: „Deep“ Social Media Integration

In den letzten Tagen war ich mit einigen Umstellungen meiner Social Media Portal beschäftigt. Wie im vorigen Beitrag erwähnt, spricht der EuGH die Betreiber kommerzieller Social Media Profile eine Mitverantwortung in Sachen Datenschutz zu, insbesondere in Sachen Informationspflicht.

Als ich dann meine sieben Todsünden, äh, Datenschutzerklärungen für die für mich relevanten Netzwerke verfasst habe, kam mir eine Idee: Warum nicht gleich alle Inhalte komplett gecached und ohne jegliche Einbindung externer Ressourcen am Blog anzeigen? Für ein Kundenprojekt musste ich kürzlich ein DSGVO-kompatibles Instagram-Widget einbauen, ähnliche Lösungen existieren auch für Facebook, Twitter und Youtube.

Grundsätzlich bieten sich zwei Vorgehensweisen an, um Inhalte von Drittplattformen in die eigene WordPress-Seite zu holen: Entweder man importiert die Postings als eigenen Content Type, oder man zeigt die letzten x Update gecached an. Ich habe mich für eine Mischform entschieden:

Für LinkedIn, Pinterest und Google+ habe ich keine gleichwertigen Lösungen gefunden, daher beschränkt sich meine kleine selbstgehostete Social Media Welt vorerst auf die genannten vier Profile.

So schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Onkel Google bekommt mehr frischen Content serviert und meine besonders Datenschutz-kritischen Leser können meine Social Media Postings ganz ohne Datenübertragung zu Facebook und Co. mitverfolgen.


Titelfoto: Fotolia / kamonrat

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO

Möchten Sie neue Kommentare abonnieren?
Wann möchten Sie Ihre Benachrichtungen erhalten?