Xing Usability = Crap

nixlogoJa, alle wissen, dass Xing eine Müllseite ist, aber trotzdem muss man sich ab und an den Frust von der missbrauchen User-Seele schreiben – wozu zahlt man schließlich die Deppensteuer fürs Verschicken von Nachrichten? Ich hab mich heute seit längerer Zeit wieder mal eingeloggt und dabei ist mir so richtig aufgefallen, dass die Geschäftsführung anscheinend jeden Euro für Werbung und keinen Cent für Usability ausgibt. Aber kein Wunder – die haben ja nicht mal eine interne Entwicklungsabteilung, sondern arbeiten mit einem externen Partner, was deutlich zeigt, dass Xing die Entwicklung der Plattform keinesfalls als Kerngeschäft ansieht.

Akuter Anlass meines Unverständnisses: Xing ist das einzige mir bekannt Social Network, das es nicht für nötig hält, im Hauptmenü mit kleinen Ziffern die Zahl der neuen Nachrichten und Kontaktanfragen anzuzeigen. Das ließe sich sogar noch leichter beheben als die zweite Lächerlichkeit: wenn ich an einen meiner Kontakt eine Nachricht schicken möchte, dann kann ich das direkt von dessen Profilpage aus tun. Klicke ich aber im Nachrichten-Menü auf „neue Nachricht“, dann öffnet sich eine Listenauswahl mit *allen* Kontakten. Das sieht so sexy aus:

Xing Adress-Auswahl-Screen

Hallo, Erde an OpenBC: schon mal was von Auto Completion gehört? Nachdem ja schon die Timeline konzeptlos von Facebook abgekupfert wurde, wäre das mal ein featuren, das zu kopieren sich lohnte.

Einzige „Sortiermöglichkeit“: der Anfangsbuchstabe des Nachnamens. Das ist natürlich besonders lässig, wenn man von einem flüchtigen Kontakt nur den Vornamen im Kopf hat… Ich bin ja direkt verwundert, dass die Namen überhaupt alphabetisch sortiert sind und nicht einfach in Zufallsreihenfolge gelistet werden. Eigentlich will ich den Betreibern ja keine gratis Usability-Ratschläge geben, aber die Vergangenheit hat wohl deutlich gezeigt, dass dort eh niemand Blogs liest :mrgreen:

15 Antworten
  1. Herr_Cooles says:

    Dass Einladungen zu längst vergangenen Events nicht automatisch aus der Inbox verschwinden, ist auch so ein Punkt, der mich endlos nervt.

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  2. Michael says:

    Thunderbird hat nen nettes Adressbuch und E-Mails verschicken kostet auch nix… ich begreife das Engagement mancher in diesen Netzwerken einfach nicht.

    Nutzt Jabber, E-Mail und VoIP. Zum sich präsentieren nehmt ein Blog.

    Oder überseh ich was? Klärt mich auf Xinger!

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  3. Manuel says:

    „Xing ist das einzige mir bekannt Social Network, das es nicht für nötig hält, im Hauptmenü mit kleinen Ziffern die Zahl der neuen Nachrichten und Kontaktanfragen anzuzeigen.“ … ähm … dann schau mal bei Deinem Screenchot oben rechts…

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    • ritchie
      ritchie says:

      Ich hab’s missverständlich formuliert… ich meinte: direkt beim zugehörigen Hauptmenüpunkt, á la Facebook. Das ist wesentlich übersichtlicher als die unnötigen Icons.

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      • Manuel says:

        Das mag zwar stimmen. Allerdings finde ich Facebook auch tierisch unübersichtlich, genauso wie die Lokali Portal bei dem ich nicht wahnsinnig werde, ist das einfach studiVZ, bzw. meinVZ.

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  4. Aufschnürer says:

    Das sind wirklich Kinderkrankheiten, die in einem solch großen Portal nicht mehr auftreten sollten. Und überhaupt sollte man sich zweimal überlegen, seine privat-geschäftlichen Angaben so offen darzulegen. Aber das ist ja wieder ein anderes Thema…

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  5. sebi says:

    oh man, manche sachen fallen einem erst auf, wenn darüber berichtet wird ;)

    solche sachen sind wirklich mal peinlich für so eine „bekannte“ plattform.

    echt netter beitrag.

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  6. Georg says:

    Was mich maßlos stört ist, dass man die grundlegendste Funktionalität eines Social Networks (zu networken) nur bekommt, wenn man dafür bezahlt.

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    • ritchie
      ritchie says:

      Ja, das ist extrem nervig – Business macht man drüber auch keines. Wie Max mal so schön gesagt hat: ein Tummelplatz fürs „Middle Management“, und wirklich schlecht gemacht.

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      • Ronald says:

        Hi, ich bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen und kann mir zwei Kommentare dann doch nicht verkneifen:

        a) Man mag über die Usability von Xing streiten, aber im Vergleich zum Wettbewerber „Linkedin.com“ ist sie großartig.

        b) Xing ist kein Adressbuch oder Mailprogramm und insofern sind Schwächen in diesem Bereich eher irrelevant. Es hat AUCH Adressen und man kann AUCH Nachrichten verschicken, aber dies dient nur der ersten Anbahnung.

        Und natürlich ist Xing ein Tummelplatz des Middle Management. Das ist genau seine Stärke. Man findet weder Herrn Ackermann noch 14 jähriges Kids darin und das macht es benutzbar. Als Tummelplatz ist es dann auch die erste Adresse um den Hintergrund neuer Geschäftskontakte mal eben nachzusehen („Was hat X eigentlich vorher gemacht?“) und noch nach Jahren Kontakte aktuell zu haben („Wo ist Y eigentlich abgeblieben?“).

        Und ja, Xing generiert Geschäft. Glaubt mir ;-)

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        • ritchie
          ritchie says:

          Naja, im Vergleich zu einem Beutel voll Sand ist eine fünf Tage alte Semmel auch „gut“. Und die Mail- und Adressfunktionen gehören zu den Core-Features, es ist doch völlig unnötig, etwas extrem schlecht zu implementieren, wenn man’s auch gut machen könnte, ohne dass der Aufwand größer wird!

          Und für eine Personenrecherche gibt’s imho durchaus geeignetere Tools!

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  7. Linda says:

    Gott sei Dank hat sich da in den letzten Jahren echt einiges getan. Mittlerweile finde ich Xing deutlich einfacher und intuitiver zu benutzen als die Konkurrenz/Vorbilder.

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