Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2016 um 13:06

Ritchie, der SEO-Idiot oder: Wer die H1 nicht ehrt, ist Platz 1 nicht wert (& SEO-Tipps für Überschriften)


SEO. Search Engine Optimization. Suchmaschinen-Optimierung. Müsste eigentlich SERPO [Search Engine Result Pages Optimization] heißen, schließlich polieren wir ja keine Suchmaschinen auf Hochglanz, sondern schrauben an unserem eigenen Ranking rum. Tja, wenn sich meine spätberufene Rap-Karriere irgendwann doch noch ereignet, dann wird es wohl nichts mehr mit dem geplanten Pseudonym MC Rän King. Ich bin nämlich der SEO-Trottel. Oder wahlweise auch der SERP-Idiot. Respektive auf gut wienerisch ein SuMa-Wappler.

Des datenschmutzens neue Kleider

Der nackte chinesische Kaiser und so weiter? Was haben wir gelacht. Uns könnte sowas doch *niemals* passieren! Ihnen vielleicht nicht, aber mir schon. Es könnte nicht nur, es konnte. Und das kam so: Vor geraumer Zeit habe ich meine „Verkaufsseiten“ überarbeitet, also jene datenschmutz-Pages, auf denen ich meine Beratungs-Services in den höchsten Tönen anpreise, konkret diese fünf Seiten:

Vor lauter Keyword-Recherche, Bild-Bearbeitung und Layout-Optimierung habe ich auf allen fünf Seiten geflissentlich übersehen, eine H1 Überschrift einzubauen.

Who cares? Es war doch eh reichlich h3-Überschriften im Haus!

Falsch. Furchtbar falsch. Denn HTML ist nun mal eine Strukturierungs- und kein Design-Instrument. Völlig zurecht verlangt Onkel Google also, dass jedes indizierte Dokument exakt *eine* H1 Überschrift aufweist. Daher nennt man sie ja auch Hauptüberschrift. Wenn die fehlt, dann gibt das zwar keine rote Karte, aber definitiv einen schmerzhaften Punktabzug.

Ritchie
Ritchie Pettauer,
Online Strategie Berater, Executive Coach, Keynote Speaker & Lektor an der Universität Wien.
Seit 20 Jahren beschäftige ich mich mit digitalem Marketing. Hier auf meinem Blog zeige ich Ihnen, welche Online Marketing Strategien, Taktikten und Techniken am besten funktionieren.

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Wieso muss ich mich um sowas kümmern?

Aber das Theme gibt doch die Struktur vor!

Jein. Falsch programmierte Themes lassen dem bravsten Blogger keine Chance. Aber ich kann selbst beim schlechtesten Willen keinerlei Schuld auf mein geliebtes Enfold Framework schieben. Das macht nämlich einerseits out-of-the-box alles richtig, lässt aber andererseits Auskennern völlige Gestaltungsfreiheit. Dazu gehört auch die Option, die Standard-Titelzeile auf einzelnen Pages auszublenden.

Eigentlich ein geniales Feature, denn so ermöglicht es Enfold, einzelne Seiten völlig abweichend vom Standard-Design zu gestalten, indem man Kopf- und Fußbereich sowie die Seitenleiste komplett ausblendet. Man müsste halt dann soviel Hirn haben, die fehlende H1 Überschrift händisch einzufügen, anstatt sich von stylishen Slideshow-Overlays blenden zu lassen. Klassischer Anfängerfehler eben.

Best SEO Practices für die Überschriften-Struktur

  • Jedes HTML-Dokument darf und soll laut Spezifikation genau eine Hauptüberschrift (HTML-TAG „h1“) besitzen, denn diese Syntax kennzeichnet nun mal die Hauptüberschrift.
  • Wer längere Artikel schreibt, sollte die Zahl nach dem h-Tag nicht nach Design-, sondern nach Strukturkriterien auswählen und Schriftgrößen etc. gefälligst via CSS formatieren.
  • H2 wird heftig diskutiert – der Weisheit letzter Schluss ist noch nicht aufgetaucht. Common Sense ist unter SEOs allerdings, dass man mit H2s nicht übertreiben sollte. Falls Sie jetzt eine klare Handlungsanweisung á la „maximal 3 h2-Überschriften pro Artikel“ erwarten, muss ich Sie enttäuschen: Das hängt ganz von der Länge ab. Im Zweifelsfall würde ich mich aber auf eine H2 pro 300 Worten beschränken.
  • H3, H4 und Co. unterliegen keinerlei Sparmaßnahmen, abgesehen davon, dass es sich um Überschriften handelt. Wer also auf die glorreiche Idee kommt, denn gesamten Text in h6 statt p Tags zu setzen, suggeriert Suchmaschinen keineswegs höhere Relevanz – Überschriften haben naturgemäß eben nur einen niedrigen einstelligen Wort Anteil, gemessen an der Gesamtlänge des jeweiligen Dokuments.
  • Als Blogautor entscheiden Sie beim Schreiben, welche Überschriften-Kategorie Sie jeweils in Ihrem Text verwenden. Über das Vorhandensein einer H1 sollten Sie sich keine Gedanken machen müssen, sofern Ihr Web- / Theme-Designer seinen Job beherrscht. Fall die datenschmutz SEO Analyse H1-Alarm schlägt bei Blogpostings schlägt, dann ist es an der Zeit, über einen Templatewechsel nachzudenken. Ein paar Anregungen dazu finden Sie in diesem datenschmutz Beitrag.

Money | Brand | Generic Keywords

Wie funktioniert denn diese Keyword-Optimierung?

Suchmaschinenoptimierer versuchen, einzelne URLs für gewünschte Suchbegriffe möglichst weit vorne auf den Ergebnisseiten zu platzieren. Die entscheidende Rolle in diesem Spiel kommt externen Links zu, also Verweise von Drittseiten. Suchmaschinen klassifizieren solche Links nach den jeweils verlinken Keywords, fachsprachlich „Anchors“ bzw. „Anchor texts“ genannt.

Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen in Ihrem Online-Shop Cowboyhüte. Je mehr Webseiten auf Ihre Seite verlinken, desto weiter vorne werden Sie bei Suchanfragen auftauchen – allerdings spielt der Anchortext eine gravierende Rolle. Werden Sie beispielsweise in einem Blogbeitrag mit dem Wort „Cowboyhut Shop“ verlinkt, ist das wertvoller als ein nichtssagender Linktext wie „zur Webseite“. Weil Google (sowie hypothetisch existierende alternative Suchmaschinen) genau beobachten, welche Wörter/Phrasen jeweils verlinkt werden, kategorisieren SEOs selbige in drei Schubladen:

  • Generic Anchors

    Unspezifische Linktexte wie „Webseite“, „Blog“, „weiterlesen“ etc.


  • Brand(ing) Anchors

     Marken- / Anbieternamen bzw. Eigenbezeichnungen. Branding Anchors wären in meinem Fall etwa „datenschmutz“, „Ritchie Pettauer“, „pettauer.net Consulting“ etc.


  • Money Keywords

    Die wichtigste Kategorie, denn damit sind jene Keywords respektive Suchanfragen gemeint, die in weiterer Folge zu Conversions (Verkäufen, Auftragen, Anfragen, Newsletter-Abos etc.) führen.


Sie haben es erraten – meine „Geldwörter“ hier auf datenschmutz sind identisch mit den Bezeichnungen der Dienstleistungen, die ich anbiete, ergo Online Marketing Beratung, Social Media Workshops, Blogs für Unternehmen und Keynote-Vorträge. Und exakt diese fünf Landingpages habe ich stundenlang optimiert, daran rumgetuned… in völliger Abwesenheit jeglicher H1 Überschrift, wo das Hauptkeyword unbedingt reingehört.

Das schmeckt fast wie ein Vanillerostbraten ohne Vanille. Ärgerlich. Dämlich.

Mit dem richtigen Analyse-Tool wäre das alles nicht passiert

Trink deine eigene SEO-Medizin!

Später kann man drüber lachen. Aber ganz ohne Witz: Ich wär wohl nicht so bald draufgekommen, hätte ich nicht um des Spaßes willen mein eigenes SEO Tool an meinen Beratungs-Pages ausprobiert. Gratis. Haha.

Das würd mir bei einem Kundenprojekt nie passieren, denn das beginnt immer mit einer genauen Analyse der Struktur aller Templates. Aber bei der eigenen Seite wird man offenbar schon mal schlampig – ich gelobe mir selbst für die Zukunft Besserung.

Sonst war eh alles super, bis auf die vehement bemäkelten fehlenden H1 Überschriften, die ich schleunigst überall nachgetragen habe. Das kostete mich heiße 5 Minuten (plus 3 Stunden für diesen Blogbeitrag) und brachte mich bisher – in den ersten 72 Stunden – bei manchen Keywords um gute 10 Plätze nach vorne. Es zahlt sich also wortwörtlich aus, nicht nur die Domain, sondern regelmäßig auch mal die wichtigsten Landing-Page URLs durchzuchecken!


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