SoundBlaster ZxR - Line-Eingang aktivieren

Soundblaster ZxR: RCA Line-In Eingang unter Windows 10 aktivieren (Anleitung)

Zuletzt aktualisiert am 24. November 2019 um 12:27

Sperriger Titel, nicht wahr? Normalerweise ist das hier kein Gadget-Nerd-Blog, aber ich habe mir vor einigen Tagen eine Soundblaster ZxR gekauft, weil das Design dieser Platine zwar aus grauer Vorzeit (2014) stammt, die ZxR aber nach wie vor in ihrer Preisklasse konkurrenzlos geringe Latenz, studiotauglichen Rauschabstand, exzellente Signalqualität und alle Eingänge, die ich brauche, bietet. Speziell den RCA Cinch Line-In mit den schönen vergoldeten Buchsen und dem optimierten Signalweg. Leider verweigerte genau der die Kooperation.

Dass in der recht spartanischen Old-Skool Steuerungssoftware der zweite analoge In überhaupt nicht auftauchte, machte mich stutzig. Laut Datenblatt sollte der nicht mit dem spdif-in gekoppelt sein. Ich ersparte euch die ewige Sucherei: Nach der Installation ist der RCA Line-in – warum auch immer – als Gerät in der Windows Sound Systemsteuerung deaktiviert. Über die Soundeinstellungen lässt sich das nicht lösen. Ihr müsst die Sound-Systemsteuerung aufrufen, z.B. so:

Sound Systemeinstellungen

Zuerst die Systemsteuerung aufrufen, zum Beispiel über das Taskleistensymbol und die Sound-Optionen.

Im Fenster, das sich anschließend öffnet, wählt ihr den zweiten Tab „Aufnahme“, klickt mit der rechten Maustaste auf „Aux“ (die Beschreibung des Geräts lautet 2- Sound Blaster ZxR DBpro Standardgerät) und klickt im ersten Menüpunkt auf „aktivieren“.

Eingang aktivieren

Der Line-In ist ein eigenes Gerät, das erst aktiviert werden muss.

Das war’s. Ab sofort taucht der verborgene Line-In auch in der Pro-Studio Aufnahmesteuerung und allen sonstigen Programmen, z.B. OBS Studio, als wählbarer Eingang auf. Und der ist genauso rauschfrei, wie das Datenblatt verspricht.

Soundkarte für Streamer – Was kann die ZxR?

Die ZxR besteht aus einer Hauptplatine mit den üblichen Ins und Outs sowie einer via Flachbandkabel verbundenen Slave-Karte mit spdif (digitalem) In/Out sowie besagtem RCA Line-In. Den brauche ich, um mein Mischpult-Signal einzuschleifen. Da ich verschiedene Quellen sowieso vor dem Rechner über mein Mackie Mischpult abmixe, reicht mir ein Line. Auf einen Mikro-Eingang könnte ich gänzlich verzichten, mein Mikro hängt an einem Presonus Röhrenvorverstärker und der wiederum am Mackie.

Natürlich hat die Hauptkarte auch die konventionellen Mic-In und Headphone-Out Anschlüsse, jeweils in Stereo und 6,35mm Goldbuchse. Diese beiden Buchsen könnte man mit der mitgelieferten externen Steuer-Hardware belegen. Die bietet neben einem großen Lautstärkeregler bequeme Front-Anschlüsse für Kopfhörer und Mikro, jeweils als 3,5 und 6,3mm Buchse. Zusätzlich hat Creative ein Schranken-Stereomikro eingebaut, das bei schlauer Positionierung ein eingebautes Webcam-Mikro locker schlägt. An echte Sprachaufnahme-Mikros kommt das Teil nicht ran, aber Gamer können auch bequem ohne Headset spielen.

Überhaupt ist die ZxR mit Fokus auf die Spielerei gebaut – diverse Soundmodi sollen auditive Vorteile in diversen Action-Spielen garantieren. Das hab ich nicht mal ausprobiert, den „Crystallizer“ genannten Soundmodus, der Stimmen deutlicher heraushebt, allerdings schon. Ich hab ihn sofort deaktiviert, denn es wäre schade um den grandiosen Klang dieser äußerst musikalischen, fein differenzierenden Karte. Der Main Out hängt bei mir an einem Onkyo Verstärker mit Energy CB-5 Boxen auf Ohrhöhe. Der Unterschied zum externen Native Instrument Audio 8 DJ ist enorm.

ZxR Software

Die Software gewinnt keinen Schönheitspreis. Aber sie tut, was sie soll.

Aber es war nicht dessen analytischer, aber in den Mitten undifferenzierter Sound, der mich zum Wechsel bewogen hat. Nach leidvollen Erfahrungen mit etlichen externen USB-Sound-Interfaces wollte ich wieder mal eine interne Karte mit deutlich besseren Leitungsdaten als das verbaute Mainboard-Interface verwenden, denn alle externen Interfaces haben ihre Macken im Dauerbetrieb und müssen immer wieder aus- und neu angesteckt werden. Die einzige Alternative wäre derzeit die Asus Essence STX II mit oder ohne 7.1 Tochterplatine um €200 bzw. €230, aber die hat deutlich weniger Anschlussmöglichkeiten, die Reviews sind durchwachsen und Asus verkauft seine High-End Karte ebenfalls unverändert seit 2014. (Unterstützte Software: Windows XP Professional…)

Nach Jahren mit Studio-Hardware hätte ich nicht vermutet, dass mir jemals wieder ein Soundblaster ins Haus kommt, und dann noch dazu ein fast musealer. Aber der PCI-Soundkarten-Markt dürfte abseits der vierstelligen Studio-Hardware fast so überschaubar geworden sein wie der für wiederbeschreibbare DVD-Rohlinge. So gut wie jeder Rechner hat eingebauten Sound, Audiophile verwenden selten einen PC als Abspielgerät – bleiben also vorwiegend Streamer und ambitionierte Video-Amateure. Denen macht Creative mit der ZxR, die derzeit um wohlfeile €179,90 (kostete bis vor kurzem noch €249,90) zu haben ist, ein meiner Meinung nach ziemlich unwiderstehliches Angebot. Sofern man es schafft, den RCA Line-In zu aktivieren ;)

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