iBridge - Digitale Inklusion durch IKT

iBridge: Wenn Roboter Jung und Alt connecten

Zuletzt aktualisiert am 3. April 2019 um 11:03

Digitale Inklusion bedeutet, dass alle an digitalen Medien teilnehmen können – ohne Einschränkungen und Barrieren. Für Senioren ist der Umgang mit Computern und Smartphones mit etlichen Hürden verbunden: Verminderte sensorische Fähigkeiten spielen ebenso eine Rolle wie generelle Berührungsängste. Im Projekt iBridge bauen Schüler solche Hürden ab, indem Sie in Wiener Pensionistenclubs Computerkurse anbieten – und entwickeln „nebenbei“ pfiffige digitale Gadgets für dem Alltag von Oma und Opa.

„Das ist etwas für junge Leit‘!“ Diesen Spruch haben Sie von Ihren älteren Verwandten vielleicht auch schon gehört. Ich war bei einem solchen Kurs zu Besuch, und wenn man dann im Pensionistenclub sitzt und beobachtet, wie hochkonzentriert die Coaching-Gespräche zwischen Jung und Alt ablaufen, wird schnell klar: Wenn der Einstieg mal geschafft ist, dann wächst das Interesse mit den eigenen Fähigkeiten.

WLAN im Pensionistenclub - 2019 nichts Ungewöhnliches.

WLAN im Pensionistenclub – 2019 nichts Ungewöhnliches.

So ein Kurs dauert vier bis sechs Wochen, meist hat jeder Teilnehmer seinen Stammbetreuer. Das Programm richtet sich nach den Wissensstand der Teilnehmer, wenn die allgemeinen Themen abgehandelt sind, gehen die Jung-Trainer auf die speziellen Wünsche ihrer Klienten ein wie etwa Bildbearbeitung. Das Angebot verteilt sich auf diverse Pensionistenclubs in ganz Wien.

Parallel entwickeln die HTL-Schüler in Projektgruppen, die von Lehrern und Wissenschaftlern gemeinsam betreut werden, digitale Lösungen für einen einfacheren Alltag. Die Projekt-Homepage beschreibt das Setup so:

Beim Projekt iBridge handelt es sich um ein generationsübergreifendes Projekt, dass die Steigerung des Interesses von Kindern und Jugendlichen an Forschung in sozial- und kulturübergreifenden Szenarien, an Technologie und Innovation, sowie einer Vertiefung des Bezugs zu Naturwissenschaft und Technik durch das Thema Robotik in der Altenpflege zum Ziel hat.

Praktisches Resultat dieser ungewöhnlichen Kooperation ist etwa der programmierbare Pillen-Dispenser. Er basiert auf kostengünstiger Hardware, gibt die einzelnen Medikamentenrationen zuverlässig aus und schlägt Alarm, wenn die Einnahme mal nicht erfolgt.

Teilnehmerliebling auf der Veranstaltung war ganz klar der Kuschel-Teddy für sehschwache, kognitiv beeinträchtige und demente Nutzer. Das flauschige Tierchen hat einen Button an jeder Extremität. Er spielt Hörbücher ab, misst den Puls, liest Termine und Hörbücher vor und hat natürlich auch einen Notfallbutton. „Angetrieben“ wird auch er von einem Raspberry Pi, die Kosten der Einzelteile des Prototypen liegen unter hundert Euro.

ibridge Senioren Teddybär

Der flauschige Raspi basiert auf simpler Bedienung und Audioausgabe.

In einer intensiven Diskussionsrunde probierten die Kursbesucher die Funktionen aus, stellten Fragen und machen Verbesserungsvorschläge. Rapid Development und Agile Prototyping im Austausch der Generationen – eine beeindruckende und motivierende Erfahrung für alle Beteiligten. Die Verbindung von technischen und kommunikativ-sozialen Fähigkeiten ist außerdem wohl so ziemlich die beste Vorbereitung aufs spätere Berufsleben, die man sich wünschen kann!

Über Sparkling Science

Sparkling Science ist ein 2007 gestartetes Förderprogramm des Bildungsministeriums, das über die OeAD-GmbH abgewickelt wird und das Schüler aktiv in Forschungsprojekte einbezieht. Besonders spannend finde ich als Kommunikationswissenschaftler dabei, dass nicht nur die inhaltliche Komponente des jeweiligen Projekts im Fokus steht, sondern auch die Vermittlung der Ergebnisse an die Öffentlichkeit integraler Bestandteil ist.

So entstand im Lauf der letzten Jahre eine beeindruckende Bibliothek von wissenschaftlichen Publikationen sowie Master- Bak- und Fachbereichsarbeiten, die alle über die Projekthomepage zugänglich sind und ein breites Spektrum von geistes-, naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschungs dokumentieren.

sparklingscience.at

2 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Möchten Sie neue Kommentare abonnieren?
Wann möchten Sie Ihre Benachrichtungen erhalten?