1. April 2019: Die Scherze waren schon mal besser

Witzforscher besorgt: Erwartete Aprilscherz-Erwärmung bleibt 2019 aus

Wie es das österreichische Witzforschunginstitut bereits vor zwei Jahren prognostiziert hat, wird 2019 in der Tat nicht als *das* Jahr der besten Aprilscherze in die Annalen eingehen. Soviel steht kurz nach 18 Uhr schon mal fest. Ob grassierende Politicial Correctness oder ein mysteriöses Microsoft-Memo daran die Schuld trägt, werden zukünftige Generationen analysieren müssen.

Wenn Google eine Snake-Variante auf verpixelten Maps anbietet, dann ist das ein nettes Gadget, aber definitiv KEIN Aprilscherz. Bei Aprilscherzen geht’s nämlich drum, jemanden reinzulegen. Hoffentlich steigt Google nichts ins Cocktail-Bar Business ein: Ein Cuba Libre ohne Rum bleibt nämlich IMMER ein Cola Limette.

Wenn Greta Thunberg verkündet, die Klimakrise sei gelöst und sie werde zukünftig wieder die Schule besuchen anstatt zu demonstrieren, dann muss man zumindest die Bemühung anerkennen:

Google vs. Greta – 0:1


Wenn Dr. Oektker, der Fastfood-Arzt unseres Vertrauens, verkündet, eine neue Pizzatorte (Salami/Käsesahnecreme/Tomatensoße) auf den Markt zu bringen, dann muss man den Aprilscherz schon mit der Lupe suchen. Nach eurem Pizzaburger wär das nämlich wirklich der konsequente nächste Schritt. Oder ist die Schreibweise „Soße“ der eigentliche Aprilscherz?

Wenn Microsoft ein internes Memo ausschickt und die Angestellten höflich darum bitte, Aprilscherze zu unterlassen, kann man sich der Argumentation in der Tat nicht gänzlich verweigern (Zitat von The Verge):

It’s that time of year when tech companies try to show their creativity with April Fools’ Day stunts. Sometimes the outcomes are amusing and sometimes they’re not. Either way, data tells us these stunts have limited positive impact and can actually result in unwanted news cycles.

Dr. Oekter vs. Microsoft – 0:1


Wenn A1 im offiziellen Newsroom Unternehmenssprecherin Livia Dandrea-Böhm eine Jubelmeldung darüber posten lässt, dass die Tagespresse endlich auf A1 Simkarten umgestiegen ist, da andere Provider zwar mehr Freiminuten, aber keinen Empfang im Büro bieten konnten, dann macht auf mehreren Ebenen Spaß und sogar Sinn. Chapeau!

Wenn die Volksbank ankündigt, dass die hauseigenen Geldautomaten neben Scheinen ab sofort auch Coffee to go ausgeben und das zugehörige Tweet in vorauseilendem Gehorsam gleich mit #aprilapril taggt, dann entlockt mir dieser #Scherz nicht einmal ein müdes Gähnen.

A1 vs. VR Bank MBK – 1:0


Wenn Thomas Hutter, wohl einer der arriviertesten Facebook-Experten des deutschen Sprachraums, über den neuen Paukenschlag bei Facebook berichtet, dann macht er bzw. Autor Daniel Stark das so smart und mit so viel Sachkenntnis, dass mir der Beitrag selbst im vollen Bewusstsein des Datums größten Respekt abringt.

Wenn Ritchie Pettauer wieder das alte Influencer-Thema aufgreift und dann auch noch seine maßlos übertriebenen Beitrag ausgerechnet in Expertengruppen postet, braucht er sich nicht zu wundern, wenn niemand drauf reinfällt, dass Instagram zukünftig selbst Likes verkauft.

Hutter vs. Pettauer – 1:0


Wie gesagt also alles in allem in recht lahmer 1. April – nächstes Jahr lasse ich mir was Besseres einfallen. Oder schließe ich mich der Microsoft Direktive an :)


Titelbild: leonid / Fotolia

1. April 2019 - Das Scherz-Match
4 Antworten
    • Ritchie Pettauer
      Ritchie Pettauer sagt:

      Ja, leider! Irgendwie gerät die Kunstform in Vergessenheit – bei einem Aprilscherz geht’s ja eigentlich drum, Fakenews zu verbreiten, sondern Leute reinzulegen. Oder schockieren, wie du schreibst.

      Antworten

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