Die Neugier siegt: Xing premium

Die Neugier siegt: Xing premium

So, wider bessere Vorsätze bin ich nun doch Xing Premium Mitglied geworden, zumindest mal für drei Monate. Nicht, weil ich den Service so gut oder außergewöhnlich fände; mit der Zeit wurde der Leidensdruck durch die funktional schmerzlich beschnittene Free-Version einfach zu hoch. Mal sehen, ob sich die Account-Pimperei auszahlt.

Ein Social Service als erster aufzubauen und dann, sobald die Economies of Scale eine eindeutige Sprache sprechen, so zu beschneiden, dass die Free-Version quasi unbrauchbar wird, stellt selbstverständlich auch eine Art Businessmodell dar. Pain-driven statt need-driven halt. Und seit datenschmutz immer mehr Visitors hat, häuft sich halt auch der Human Traffic auf meinem Xing Profil. Außerdem wollte ich schon öfter mal direkt auf eine Message antworten bzw. jemanden kontaktieren: aber das geht ja nur als Premium-Mitglied… es wär ja nicht wegen der paar Euros, sondern die prinzipielle Herangehensweise an das Thema Netzökonomie tut weh: während jede andere Plattform (FlickR, Youtube etc.) aus Angst davor, so der Konkurrenz eine Markteintrittschance zu geben, tunlichst auf Mitgliedsbeiträge verzichtet, eine brauchbare Free-Version anbietet und Einnahmen über Werbung erzielt, ging Xing den anderen Weg: eine selbst um die Grundfunktion der initiativen Kontaktaufnahme beraubte Free-Version, die bei jedem zweiten Klick die Vorteile der Mitgliedschaft anpreist, weckt wenig freundschaftliche Gefühle. Zumal die sogenannte „Premium World“ nix weiter ist als eine Ansammlung mittelmäßig attraktiver Affiliate-Angebote, unter andere von so sympathischen Firmen wie SEDO (Yeah! Ich krieg bei denen ein Domaingutachten um 10 Euro billiger.) – ganz zu schweigen von „exklusiven“ Angeboten wie einem 4wöchigen Testzugang zur Financial Times. Man merkt schon: meine Begeisterung kennt kaum Grenzen. Warum sich Xing als Web 2.0 Unternehmen bezeichnet, ist mir ebenfalls ein Rätsel:

Die XING AG hat im Dezember 2006 mit dem erfolgreichen Börsengang von XING als erstes Web 2.0 Unternehmen den Trend des Social Networking für Geschäftsleute nachhaltig geprägt.

Ist jetzt schon jede Datenbank mit extrem konventioneller Benutzerführung eine Web 2.0 Seite? Und nein, es gibt keine Free Alternative. Die technische Ruine myspace spielt im Non-Music Business-Leben (glücklicherweise) keine Rolle, diverse Versuche, über den Preisvorteil (0 Euro sind halt immer unendlich weniger als jeder monatlich Mitgliedsbeitrag) Ex-OpenBC Konkurrenz zu machen, sind bislang kaum von Erfolg gekrönt. Auf mycorners etwa hab ich mich mal als Mod für die Gruppe Social Media | Blogosphäre angemeldet; die Action hält sich allerdings in engen Grenzen, allen lustigen Stories über Personaltraining für Schönheitskliniken zum Trotz.

Und obwohl ich mich der Business-Deppensteuer bisher standhaft verweigerte, wurde aus den oben erwähnten Gründen die Neugier schlicht zu groß: dafür, dass Xing Daten über mich sammelt, die mich brennend interessieren (z. B. wer guckt sich mein Profil an?) und mir gegen Geld zugänglich macht, muss ich mich ja nicht auch noch bedanken. Die Power-Suche dagegen interessiert mich wenig, allerdings bin ich auch kein Recruiter; und meine Kontakte find ich im „echten“ Web, dazu gibt’s ja schließlich Blogs.

Name: Ritchie | Funktion: Captain Jean Lafitte

23 Antworten
  1. markus says:

    Ich hatte erst gestern wieder meine letzte Rechnung von XING in der Hand und habe mir zig mal überlegt, ob sich das jetzt für mich lohnt.

    Ergebnis: Ich weiß es nicht. Einerseits ist es sicherlich interessant, andererseits finde ich dort nicht wirklich Partner die mich weiterbringen. Auch angeschrieben haben mich bisher nur Leute, die mir nichts gebracht haben.

    Mich würde gerne dein Nutzen daraus interessieren.

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  2. ritchie
    ritchie says:

    Der ist schnell umschreiben: Null, Nüsse. Noch nie einen Auftrag oder Kontakt direkt über Xing bekommen. Mich haben zwar Leute über X kontaktiert, aber nur, weil sie mich schon vorher kannten und dann halt auf das Profil gestoßen sind… ich wollte mir eben mal 3 Monate lang die Premium anschauen; aber die Chancen, dass ich weiterhin zahlen, tendieren stark gegen nada.
    Ich hab auch mal versucht, aktiv zu suchen – aber da funktionieren Spezialistenblogs, Foren etc. viel besser, zumindest wenn’s um Jobs im inet-Bereich geht.

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  3. pirmin says:

    war längere Zeit Premium, hab aber gekündigt, weil ich mich ägern musste. Das war so: autom. Mail bekommen, dass Jahresgebühr belastet wird, sehe Kreditkarte ist abgelaufen u. teile neue mit. Dann waren die nicht fähig, das zu berücksichtigen und sperren mir vorab (noch in der bezahlten Zeit) den Zugang, nur mal so. Ausser Zeitvertreib hatte das aber auch keinen Nährwert.

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    • Nele says:

      Das ging mir genauso: Weil ich meine Stammdaten zu spät geändert hatte, wurde eine falsche Rechnung von XING erstellt – mit den alten Kontodaten – die dann nicht abgebucht werden konnte. Mit dieser Mitteilung wurde sogleich mein Premium-Account gelöscht. Als ich bat, für eine Überweisung eine neue Rechnung zu erhalten, erhielt ich die lapidare Antwort – Das geht nicht. Jetzt habe ich die Möglichkeit auf eine total falsche, nicht einreichbare, Rechnung zu bezahlen oder weiter mit gesperrten Account zu leben bzw. XING möchte dies auch noch an ein Inkasso weiterleiten. Weder Email noch Telefonate mit der XING-Buchhaltung – unhöflich und frech, nach dem Motto, sorry, geht uns nichts an, lösen Sie doch das Problem indem sie als Privatperson überweisen – haben weiter geholfen.

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  4. ritchie
    ritchie says:

    Kundenorientierung scheint wirklich nicht gerade der Ansatz der Firma zu sein… das ist ja eine sehr heftige Story. Ne, Xing ist echt nicht der Burner.

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  5. fadi says:

    hi ritchie!

    wie erging es dir mit der WKO – business plattform?

    lg fadi

    ps: myspace mag ich trotzdem recht gerne, obwohl es als musik-business-teil ziemlich unbrauchbar ist. wenn ich mir die auswertungen meiner verkäufe über base shop und die ganzen digitalen distributoren anschaue, dann finden die käuferInnen über ganz andere Wege zu Wipeout, Dorninger, Fuckhead, …etc.

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  6. matthias says:

    mich hält ja die „automatische verlängerung“ vom schnuppern ab, werd lieber gefragt, ob ich verlängern will. vielleicht ist das aber auch der grund wieso ich überhaupt kein abo hab. jobanfragen hatte ich so schon einige über xing bekommen, allerdings will ich ja auch noch gelegentlich schlafen :)

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  7. ritchie
    ritchie says:

    @fadi: ich wollte letztens mal das Formular ausfüllen, hab aber recht kapituliert. Dieses Word-Ding ist einfach zu umständlich… da werd ich passen.

    @matthias: fänd’s umgekehrt auch besser. Jobanfragen hab ich noch nie bekommen… nur Kontaktanfragen. Aber in der Hinsicht bietet die Premium-Version eh keine wirklich Vorteile, das Standard Use-Case ist eh: E-Mail Adresse austauschen.

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  8. Bib says:

    Habe auch schon vor einer Ewigkeit Premium gekündigt. Es gab doch auch desletzt eine Studie über Xing. Ergebnis war doch irgendwas mit Nutzen = 0. Um Gleichgesinnte zu finden oder als Kontaktbuch für bestehende Bekanntschaften ganz interessant, aber die Funktionen sind wirklich nicht berauschend. Auch habe ich kaum darüber gemailt. Schluß gemacht habe ich mit Xing, weil es mich angenervt hat soviele Kontakte zu haben mit denen ich eigentlich keinen Kontakt habe. Ich mag andere Seiten lieber. Es gibt nämlich doch Alternativen. Zum Beispiel ein eigenes Profil auf der eigenen Website, Blogs, neue Community Plattformen wie Groops, etc.

    Vielleicht sieht man sich mal wieder auf Xing, wenn die mehr Funktionen anbieten (und das kostenlos).

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  9. Asphyx says:

    Hallo,

    ich war ein volles Jahr Nur-mal-so-Mitglied bei Xing! Also keinen Premium-Scheiß gemacht. Zwar angemeldet, aber dann sah sich Xing vollkommen außer Stande, trotz Einzugsermächtigung, die Kohle auch vom Konto abzuheben – das war vor dem Börsengang!

    Nach dem Börsengang, und nach übernahme des Politikbereich durch die Neocons, wurde es richtig blöde auf Xing, da mit einem Mal in den vielen Gruppen die freie Meinungsäußerung gestrichen wurde.

    Es soll ja keine Komunikations-, sondern eine Kontaktplattform sein. Zwei Kontakte von Xing, die ich persönlich kennen lernte, konnte ich in der Pfeife rauchen. Die eine ging mir 9 Monate auf die Nerven und wollte mehr als eine Freundschaft (und ich bin in festen Händen), die andere wollte nur meine Hilfe ihr ihre Arbeit zu erleichtern – natürlich für Mau – weil man ja befreundet ist.

    Da ich auch einen eigenen Blog unterhalte, habe ich dort, nachdem man mich bei Xing rauswarf (worauf ich besonders Stolz bin), erst einmal offen über solche sogenannte Businessplattformen abgelästert. Die meisten dieser Plattformen taugen nix. Und Xing taugt doppeltnix. Und dazu stehe ich auch.

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  10. Asphyx says:

    Hi, Matthias,

    ich seh das anders. Ich habe mal bei StudiVZ reingeschaut (nicht angemeldet, sondern durch den Acc eines Freundes) und habe mitbekommen, daß dort die gleiche Art Loser rumrennt, wie bei XING!

    Da ich Businessplattformen mittlerweile grundsätzlich meide, kann ich mir auch erlauben, von so einer asozialen Loserplattform wie XING weg zu sein.

    Immerhin schuldet mir da eine Person Geld und die andere war an mir persönlich interessiert, was mich nicht interessierte! Und Betrug, vor allem der, der über solche Plattformen abläuft, ist einfach nur erbärmlich.

    Meide diejenigen, die dich kontakten wollen ohne was von dir zu wollen. Diejenigen erlangen dort Einfluß, die schnell über 1K Kontakte kommen. Und die meisten davon kannste eh in der Pfeife rauchen, weil sie für ihre ICH-AGs händeringend Kunden suchen.

    Diese Plattformen werden wahrscheinlich schneller wieder untergehen als ihr Aufbau gedauert hat. :razz:

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  11. Lars says:

    Hallo Leute,

    ich habe durch „Druck“ von aussen(Freunde etc.) mich auch bei Xing gemeldet. Hauptsächlich um geschäftliche Kontakte bzw. Projektangebote zu bekommen. Ich muss ehrlich sagen, das es bisher ganz gut funktioniert hat(ich habe nur den Free-Account). Jetzt bin ich am überlegen, ob ich mir den Premium gönne. Ein Kollege hat seinen Bekanntenkreis so um einiges erweitert hat. (da er sich mit Leuten, die sein Profil interessiert hat, in Verbindung setzen konnte) So erhält er jetzt eine Menge Projektanfragen, die auch für mich interessant sind. Persönliche Kontakte, wie z.b. Freundschaften sind mir dahingehend egal. Ich nutze Xing nur, um als Freelancer gefunden zu werden. Und das funktioniert soweit gut.

    Das mal von mir als positives Feedback.

    Lars

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  12. Dean says:

    Hmm, mehr negative als positive Meinungen. Aber ich glaube die Gratis Anmeldung kann ja nicht schaden.
    Werde es wohl auch probieren.
    Dean

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  13. michael says:

    ichkann mich hier nur anschliessen. XING ist ablsolut „useless“. Habe nur schlechte Erfahrungen gemacht. Wollte nur drei Monate schnuppern und habe nicht rechtzeitig gekuending. Tja und nun wird mir gleich mit Inkassobüro gedroht.
    D.h. für mich, hier geht es nur um Abzocke und sonst nichts. Kontake, gleich null.
    Spar Eure Geld für schönere Dinge
    Michael

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  14. Christian says:

    Bin seit vielen Jahren Mitglied bei XING (und vorher beim Vorläufer openBC). Nach über 6 Jahren ebenfalls 0 output bzw. revenue.

    Hatte jetzt sogar Stress, weil ich irgendwann ohne meine Aktivität auf Premium-Account gesetzt wurde, und jetzt die Rechnung nicht zahlen wollte. :evil: Blicke das Ganze noch nicht. Vermute, dass bei der Umstellung von openBC auf XING Bestandskunden erneut auf Premium-Testaccount gesetzt wurden, ich das nicht richtig mitbekommen habe und über mein Büro die erste Rechnung einfach bezahlt wurde. Bin mir aber nicht sicher. Naja, werde die letzte Rechnung wohl doch noch zahlen, habe aber die Kündigung von Premium auch schon draußen. :wink:

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    • ritchie
      ritchie says:

      Wirklich gute Services haben eh keine „Abos“ nötig… da könnte man die Zahlung genauso gut auf Monatsbasis abrechnen. Aber Xing weiß schon, warum sie’s anders machen.

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  15. penihauer says:

    Habe zur Zeit Ärger mit Xing. Habe das Premium Account für 3 Monate gebucht, um mal bei der Jobsuche nachzuhelfen:

    0 Output

    Ein Besuch einer Jobmesse in Köln hatte diverse Jobangebote Output.

    Nach der Kündigung habe ich immer noch Ärger, da Xing sich weigert in einem dafür vorgesehenem Formular die Einzugsermächtigung zu löschen. Ich kann nicht einmal die Kontodaten ändern. Was die einmal haben an Kontodaten geben sie ncht wieder her.

    Auf Anfrage kam nur eine bekloppte autotische Mail zurück, wie sehr sie angeblich es scherrt, was der Kunde wünscht.

    Antworten
  16. hendrik says:

    ich finde xing völlig out. der sinn ist doch nur das leute ein premium-account abschliessen – der sich immer wieder als abo neu verlängert und die kohle vom konto eingezogen wird. eine goldgrube für den betreiber. das ist auch der sinn einer solchen plattform – die betreiber wollen millionäre werden…..

    Antworten
    • Ritchie Pettauer
      Ritchie Pettauer says:

      D’accord! Und genau deswegen hab ich vor ca. einem Jahr meinen Account löschen lassen. Ohne die Middle-Management Spamschleuder lebt sich’s besser; Xing braucht wirklich kein Mensch.

      Antworten

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