Dietrich Mateschitz erklärt die Wahrheit.

Red Bull verleiht Wahrheit (und vervollständigt die Wirklichkeit)

Dietrich Mateschitz gründet eine neue journalistische Aktion, deren Ziele der Red Bull Gründer auf dem Papier eher… sagen wir mal: ambitioniert ansetzt. Finanziert durch die gemeinnützige Quo Vadis Veritas Privatstiftung sollen Mateschitz’ Agents of Shield uns die wahre wirkliche Welt erklären. Dankenswerterweise soll uns “Medienkonsumenten soll eine zusätzliche Möglichkeit geboten werden, ‘näher an die Wahrheit’ heranzukommen.

Wird Red Bull neben Koffein und Taurin zukünftig eine dritte, geheime Wahrheitsdroge enthalten (Nicht mit Alkohol mixen!)? Nein, viel trivialer: Herr Mateschitz packt das Problem der Informationsvermittlung radikal an der Wurzel der Subjektivität an, “indem Informationen geliefert, aber keine Meinungen ausgebreitet werden. Bürger und andere Medien sollen ermutigt werden, sich selbst eine eigene fundierte Meinung zu bilden.”

Und wie? Natürlich durch Meinungspluralität. Denn, wenn die vierte Säule zu wackeln droht, muss man eben eine Fünfte bauen. Aus Aludosen und so “dem Vertrauensverlust in Institutionen, Politik und Medien entgegenwirken, der nicht zuletzt auf einseitige und wegen Ressourcenmangel unvollständige Berichterstattung durch die ‘vierte Säule im Staat’ zurückzuführen ist”.

Die Organisation, die ich in Anlehnung an Knight Rider gleich mal “Foundation für Recht und Verfassung” nennen würde, soll autonom und mit Lizenz zum Töten von Fakenews agieren:

Agiert wird in dieser Organisation vollkommen unabhängig sowohl von Red Bull als auch von ServusTV, verfolgt wird das Ziel, ein vollständigeres Bild der Wirklichkeit zu schaffen.

Als ich heute Morgen Niko Alms Posting auf Facebook gelesen habe, dachte ich im ersten Moment, eine Zeitmaschine hätte mich zum 1. April zurück-katapultiert.

Ich bin noch die Information schuldig, was ich denn eigentlich nach Rücklegung meines Mandats mache.In der heutigen…

Posted by Niko Alm on Samstag, 8. April 2017

Was bezweckt Dietrich Mateschitz mit “Quo Vadis Veritas”?

So absurd und pompös der Plan im ersten Moment auch wirken mag: Es gibt meiner Meinung nach nur zwei mögliche Gründe für das neue Projekt:

  1. Mateschitz sieht die Etablierung einer Meta-Medien-Institution als passende Erweiterung der Red Bull Kommunikationsstrategie: Vom Nischenmarketing zum Mainstream zum Erklärbären. In Zeiten des steigenden Misstrauens gegenüber der Welt im allgemeinen und Medien im speziellen ein Zugang, mit dem man semikritische Geister hervorragend abholen kann.
  2. Der Firmengründer hat politische Ambitionen: Im post-ideologischen Zeitalter gründet man eine Partei nicht, indem man eine Partei gründet.

Neben Niko Alm, der die Leitung des Projekts übernehmen wird, sind auch Ex Presse-Chefredakteur Michael Fleischhacker und News-Journalist Rainer Fleckl im Team. Ich vermute mal, dass weder ein weiteres Hochglanzmagazin noch Veritas TV auf der Todo Liste stehen, sondern eine Online-Plattform.

Ich bin jedenfalls hochgradig gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Und vor allem, was passiert, wenn die investigativen Journalisten herausfinden, dass Red Bull gar keine Flügel verleiht.

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1 Kommentar auf "Red Bull verleiht Wahrheit (und vervollständigt die Wirklichkeit)"

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[…] Was wohl einige der Beteiligten auch wissen. Ich wünsche viel Spaß dabei.     PS: Unterhaltsames dazu gibts auch bei Ritchie Pettauers Datenschmutz.  Share Tweet WhatsApp Buffer Email Pin Flip Share Share Reddit Stumble +1Shares […]

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