Selbsttest für digitale Kompetenzen

fit4internet Selbsttest im Selbstversuch: Wie digital-kompetent bin ich?

Das BMDW (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft) stellte gestern einen Online-Check vor, der sechs verschiedene digitale Kompetenzfelder abtestet. Die Browser-App ist im Netz frei verfügbar, die Auswertung erfolgt anonym. Zeit für den datenschmutz Selbsttest!

Gleich vorweg: Das neue Testtool des Digitalisierungsministeriums ist kein Evaluations-Werkzeug für Internet-Profis, sondern soll Hans Musternutzer helfen, die eigenen Fähigkeiten realistisch(er) einzuschätzen und im Bedarfsfall idealerweise zu Fortbildungsmaßnahmen anregen, wie ich drüben beim Brutkasten gelesen habe.

Österreichs Digitalministerin Margarete Schramböck empfiehlt ihren neuen Selbsttest außerdem Unternehmen, die den Status Quo der digitalen Mitarbeiterbildung erheben möchten. Wir Österreicher wollen ja – bzw. will die Regierung, dass wir Österreicher – zu einer führenden Digitalnation aufsteigen. Die Digitalisierungsagentur, die Startup-Initiative und eben auch besagter Selbsttest gehören zum Maßnahmenpaket, das uns Alpenvölklein zu Finnen, Esten und Co. aufschließen lassen soll.

Der Verein fit4internet koordiniert diese Maßnahmen und beauftragte vor der Erstellung des Tools beim IMAS eine Studie zu den Digitalisierungskompetenzen der Österreicher. Details dazu finden Sie im offiziellen Pressetext.

Zeit für den Selbsttest: Was taugt der Digital-Check?

Achtung, „Spoiler“: Ich bin in allen sechs Feldern „selbstständig / Stufe 4“. Das bedeutet, ich darf unbetreut sogar auf sva.at surfen und meinen Browser auch auf Anrainerparkplätzen abstellen… Naja, ein anderes Ergebnis wäre für einen Online Marketing Strategen auch einigermaßen seltsam. Die Fragen testen sechs Kompetenzfelder ab:

  1. Kompetenzbereich Grundlagen und Zugang
  2. Kompetenzbereich Umgang mit Informationen und Daten
  3. Kompetenzbereich Kommunikation und Zusammenarbeit
  4. Kompetenzbereich Kreation digitaler Inhalte
  5. Kompetenzbereich Sicherheit
  6. Kompetenzbereich Problemlösen und Weiterlernen

Der Test ist in zwei Varianten verfügbar: „Light“ zielt auf Einsteiger ab, „advanced“ richtet sich an fortgeschrittene Nutzer. Beide Tests umfassen die gleiche Anzahl von Fragen und dieselben Themengebiete ab, unterscheiden sich aber durch die Komplexität der Fragen.

In der Light Variante sind jeder Frage des ersten Abschnitts dieselben fünf Antwortmöglichkeiten zugeordnet:

Digital Check Light Variante

Die Advanced Variante erfordert ein digitales Grundvokabular, um die Fragen richtig zu verstehen und bietet Frage-spezifische Antwortmöglichkeiten an. Dass sich digitale Kompetenzen nicht unbedingt einfach in One-fits-All Fragen fassen lassen, zeigt die FinanzOnline.at Frage:

Digital Check Finanz online

Die kompetente Antwort wäre offenbar die Nummer vier. Aber die glücklichen Kunden kompetenter Steuerberater, zu denen auch ich zähle, müssen sich nicht selbst einen Pfad durch den Dschungel der digitalen Steuerformulare bahnen. Doch natürlich machen Fragen nach digitalen Amtswegen Sinn, denn wo, wenn nicht hier, lassen sich Win-Win Situationen aus Einsparpotential für den Staat und Komfortgewinn für den Bürger so elegant realisieren?

Der zweite Teil beider Test-Varianten setzt sich aus einer Serie von Wissensfragen zusammen. Wer Artikel in der Computerbild (gibt es die eigentlich noch?) sinnerfassend lesen kann, sollte mit dem Großteil der Fragen keine Schwierigkeiten haben. Allenfalls steckt der Teufel in ein paar kleinen Details:

Digital Check PC Monitor Anschlüsse

Während ich also am linken Monitor den Test ausfülle und am rechten diesen Text tippe, google ich in der Mitte nach „Monitor Anschlüsse Zusatzverteiler“. Zusatzverteiler? Also nach Splittern zu fragen, ist ganz schön gemein… ich meine: Wer außer Präsentations-Profis verwendet HD Videosplitter?

Meine drei Monitore und ich.

Meine drei Monitore und ich… wie viele Anschlüsse waren das schnell nochmal?

Ich möchte eine offizielle parlamentarische Anfrage stellen: Wie viele der bisherigen Testteilnehmer haben hier „Einen pro Anschluss“ angekreuzt? Meine absolute Lieblingsantwort hab ich bei der Frage nach der Beachtung von Fotorechten gefunden:

Sicherheitshalber fotografiere ich andere Personen nur von hinten.

Ich orte einen neuen Selfie-Trend! Nach etwa fünf Minuten ist der Test beendet und die Auswertung zeigt die nackte, schonungslose Wahrheit:

Selbstcheck digital Kompetenz: Zertifikat

Stolz halte ich mein anonymes Zitat in den digitalen Händen.

{Fazit} Als Blogger lästert man natürlich gerne, wenn die Regierung „irgendwas Digitales“ macht. Die Vorgängerminister haben es uns diesbezüglich ja wirklich zu einfach gemacht. Erinnert sich noch jemand an Gusenbauer-Molterers „Internetoffensive Österreich“ mit dem großen USB-Stick, für den man einen Internet-Führerschein der Klass C gebraucht hätte?

Aber gegen den digitalen Selbstcheck lässt sich wirklich nichts einwenden – ganz im Gegenteil. Für den Wirtschaftsstandort Österreich ist Digitalisierung ein zentrales Thema, und die setzt eben immer bei den Kompetenzen der Akteure an, im privaten wie im beruflichen Bereich. Der Selbstcheck ist ein guter Motivator für Unternehmen. Also wie schon Ice Cube gerappt hat:

CHECK Digitale Alltagskompetenz


Titelbild: fotolia/elnurDigitale Kompetenz: Betreutes Surfen oder Freestyle E-Mailing mit doppeltem Salto? Der Test findet es heraus.
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