LinkedIn launcht Newsfeed Reaktionen

LinkedIn ergänzt den Gefällt-Button um 4 Reaktionen: Celebrate, Love, Insightful & Curious

15.04.2019 / von Ritchie Pettauer
LinkedIn lässt seine Nutzer zukünftig angeben, aus welche Gründen ein News-Feed Beitrag gefällt. Der simple Like-Button verwandelt sich in den nächsten Monaten sowohl am Desktop als auch in der App in eine Reaction-Leiste mit fünf Auswahlmöglichkeiten. Die sollen den Newsfeed attraktiver machen und Publishern differenzierteres Feedback liefern.

Meiner Meinung nach ein beträchtlicher Mehrwert für den Newsfeed! Außerdem ermöglicht die Reaktionsleiste simple Newsfeed-Abstimmungen á la „Dafür? Like! Dagegen? Curious!“ und zeigt Content Marketing Profis deutlicher, wie die Zielgruppe unterschiedliche Inhalte wahrnimmt.

LinkedIn Reaktionen: Like, Celebrate, Love, Insightful und Curious

Die neuen LinkedIn Reactions werden im Lauf der nächsten Monaten weltweit für alle Nutzer ausgerollt.

Die englischen Bezeichnungen der fünf Reaktionen lauten Like, Celebrate, Love, Insightful und Curious. Eine deutsche Übersetzung hat LinkedIn noch nicht bekannt gegeben – die Frage ist übrigens nicht ganz trivial, denn die wörtliche Übersetzung klänge wohl etwas sperrig:

Ich schlage folgende Version vor, denn celebrate und love sind im Englischen doch deutlich anders konnotiert als feiern und lieben im Deutschen:

Gerüchteweise wird’s übrigens für die Wiener eine eigene Übersetzung geben. Die soll dann ungefähr so aussehen: Oida | Oida. | Oida! | Oida… | Oida?

Reactions in deutsch: Update 7.5.2019

Die Reactions sind seit heute in meinem Newsfeed freigeschalten – also bin ich gleich mal auf deutschen umgeswitcht. Die tatsächlichen Bezeichnungen für die Reactions lauten:

LinkedIn Reactions im Newsfeed
So werden die Reactions im Live-Einsatz aussehen. (Quelle: LinkedIn Blog)

Was bringen Reaktionen im Newsfeed überhaupt?

Auf Facebook dürfen wir seit Ende 2015 aus sechs verschiedenen Reaktionen wählen. Status Updates gefallen uns, wir lieben sie, sie bringen uns zum Lachen, zum Staunen, machen uns traurig oder wütend. Die Ankündigung des neuen Features veranlasste damals viele Nutzer zu kritischen Kommentaren. Viele Skeptiker hätten sich einen gefällt-mir-nicht-Button statt „kindischer Smileys“ gewünscht.

Dass Facebook auf das Daumen-runter Symbol verzichtet, hat mehrere Gründe. Das Mobbing und Negative Campaigning Potential einer solchen Reaktion ist gewiss einer davon. Dem ohnedies endlos datengierigen Unternehmen liefern die differenzierten Reaktion genaueres Material für diverse Big Data Auswertungen, die Nutzer müssen endlich nicht mehr Nachrufe und andere traurige Updates mit einem unpassenden „gefällt mir“ markieren.

Warum geht LinkedIn mit seinem Quintett aus gefallen, feiern, lieben, kenntnisreich und neugierig eigene Wege? Nun, selbst wütend oder traurig könnten im Business-Kontext schnell mal zu negativ rüberkommen. Hinter der Auswahl steckt eine sorgefältige Datenanalyse, die LinkedIn in der offiziellen Ankündigung so beschreibt:

Beim Designprozess unserer Reaktionen stand die Überlegung im Zentrum, welche Auswahl am wertvollsten für die Art von Konversationen sein würde, die LinkedIn Mitglieder miteinander führen. Dieser Prozess schloss eine Analyse vieler Kommentare ein, um besser zu verstehen, welche Arten von Feedback die Nutzer ausdrücken möchten – beispielweise haben wir die häufigsten 1-2 Wort-Kommentare analysiert und welchen Typ von Posting Leute am häufigsten teilen. Wir haben global auch gemeinsam mit LinkedIn Mitgliedern erforscht, welche Reaktionen universell verständlich und nützlich sind. (Übersetzung vom Autor)

Den genauen Entstehungs-Prozess beschreibt LinkedIn Produktmanager Ricardo Rivera in seinem ausführlichen und sehr lesenswerten Posting Designing LinkedIn Reactions. Bei Auswahl und Design der Icons standen drei Leitprinzipien im Vordergrund:

  1. Konstruktives Feedback für den Poster: LinkedIn Mitglieder sollen besser verstehen, warum ihr Posting gefällt.
  2. Universelle Verständlichkeit: Die Reaktionen sollen für jedes LinkedIn Mitglied weltweit verständlich sein.
  3. Fokus auf sinnvolle Interaktion statt auf Metriken: Reaktionen sollen Konversationen fördern.

Punkt 1 und 3 erklären jedenfalls das durchwegs positive Gefühlsspektrum. Aber wie sieht es mit der Universalität solcher Reaktionen aus? Wir haben hier eine visuelle und eine textuelle Bedeutungsebene. Über die interkulturelle Verständlichkeit von Bildsprache und Icons hat sich Otto Neurath als einer der ersten Theoretiker und Praktiker einer „schriftlosen visuellen“ Sprache Gedanken gemacht.

Ritchie
Ritchie Pettauer,
Online Strategie Berater, Executive Coach, Keynote Speaker & Lektor an der Universität Wien.
Seit 20 Jahren beschäftige ich mich mit digitalem Marketing. Hier auf meinem Blog zeige ich Ihnen, welche Online Marketing Strategien, Taktikten und Techniken am besten funktionieren.

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