Marktübliche Preise für Web 2.0 Consulting

Mein Interesse an digitalen Medien beschränkt sich keineswegs auf dieses Blog hier. Ich bin seit fünf Jahren selbständiger Berater und habe mich auf den konzeptionellen Produktionsbereich, auf strategisches Marketing und Social Networks spezialisiert. Die Auftragslage in diesem Bereich ist dank des Web 2.0 Booms – vorsichtig ausgedrückt – hervorragend.

Und obwohl auf meine Beratungsjobs tendenziell nur der erste Teil des bekannten Anti-Schuppen-Shampoo Slogans zutrifft (wirken: ja. sauteuer: nein.), war ich heute trotzdem einigermaßen über die folgende E-Mail verwundert, die ich von Mitarbeiter eines Mobilfunkunternehmens erhielt:

Wie du vielleicht weißt arbeite ich für xxx (im xxx Team). Wir planen nächste Woche zwei Diskussionsrunden zum Thema User Generated Content auf kommerziellen Plattformen abzuhalten. Im Vorfeld würden wir dazu gerne die Meinung von Experten einholen, und einer davon wärst du … Als kleines (leider wirklich nur kleines…) Zuckerl könnte ich dir 35 Euro für die Teilnahme anbieten.
lG, XXX

Ich verstehe ja durchaus, dass die Mobilfunkprovider zunehmend panischer werden, weil niemand für 10 Euro im Monat 20 digitale Sender am Handy schauen will und die derzeit noch künstlich aufrecht erhaltene Trennung zwischen Sprach- und Datentelefonie auch nicht auf Dauer bestehen bleiben wird… aber den Teil mit den 35 Euros kapier ich trotzdem nicht. So unrosige Zeiten am .at-Mobilfunkmarkt? Meine Tages- und Stundenhonorare sind eh sehr günstig, und über gratis Einladungen kann man auch jederzeit sprechen… aber bei 35 Euro fühl ich mich ver-a-wortet. Der beste Kommentar stammte von einem Kollegen, der meinte: „Ist doch eh eine angemessene Bezahlung… geh doch einfach hin und sag: das ist alles sehr kompliziert. Und aus.“ Im Übrigen handelt sich’s um dieselbe Firma, die Ballonfahrern für motivierende Vorträge Honorare von einigen 10.000 Euros bezahlt. Wer also in der Mobilfunkbranche sein Auslangen finden will, der sollte besser Ballonfahren üben, statt sich auf Social Media zu spezialisieren

12 Antworten
  1. ritchie
    ritchie says:

    oh, thx – Vertipper :-) Das Stundenhonorar hängt natürlich ab von Aufwand und Umfang, aber über 35 Euros liegt’s in jedem Fall :mrgreen:

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  2. Hannes Offenbacher says:

    Sehr geehrter Herr Pettauer, ich arbeite derzeit an mehreren VC-trächtigen Projekten im Web 2.0 und würde Sie gerne einladen, als Berater mitzuwirken.

    Ich biete Ihnen dafür auch das Doppelte vom Angebot des Mobilfunkanbieters. 70 Euro pro Tag, bar auf die Hand! Schlagen Sie ein, bevor die Bubble platzt :lol: :wink:

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  3. Fabian Bartsch says:

    hey ritchie, hast du morgen vielleicht eine paar stunde zeit, mir und meinen freunden in geselliger runde ein wenig über social networks zu erzählen? wir legen alle zusammen… :PPP
    na echt schlimm, wenn man sich die beträge ansieht, die da teilweise im zusammenhang mit dem „web 2.0“-hype herumschwirren (ich sage nur Facebook, 15 Mrd), sollte man doch meinen, dass eine beratende tätigkeit in diesem bereich doch ein wenig mehr wert ist… vorallem wenn man sich auch die zahl der scheiternden unternehmungen ansieht. naja.

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  4. ritchie
    ritchie says:

    Sehr geehrter Herr Offenbacher,
    dieses Angebot klingt in der Tat höchst verlockend. Haben Sie auch im Büro diese Selbstausdruck-Aktion auf Endlosrollen? :cool:

    @Fabian – ja, da kann ich nur zustimmen!

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  5. Hannes Treichl says:

    Hallo Ritchie,

    so pervers das klingt: User generated content dreht sich doch bei den meisten Projekten genau darum, dass viele für möglichst wenig Geld bis hin zu kostenlos Inhalte produzieren, die von anderen profitabel (oder auch nicht) vermarktet werden.

    Im konkreten Fall bist du sogar Beta-UserIdeenlieferant. Sieh es einfach als riesengroßes Kompliment an, immerhin haben wir haben keine Einladung bekommen :-)

    LG, Hannes

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  6. Christoff says:

    So etwas ist wirklich unverschämt. Wenn man sagt, dass man nichts zahlen kann oder nur die Spesen übernimmt, weiß man woran man ist – aber einen Hungerlohn anzubieten ist einfach nur unverschämt und dumm. Jeder einigermaßen intelligente Mensch weiß, was selbstständige Arbeit kostet und was man einem als Selbstständiger davon übrig bleibt.
    Manchmal glaube ich, viele Firmen buchen lieber einen Berater, der 10000 Euro, als einen der 1500 für die gleiche Leistung verlangt. Denn was vieeeel kostet, ist auch vieeeeel gut ;)

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  7. Michael says:

    Die Bezahlung ist doch ok. In der Mobilfunkbranche ist der Minutentakt üblich, macht dann pro Stunde 2.100€ (35*60). Wenn man damit nicht zufrieden ist … :wink:

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  8. Karl-Heinz says:

    Dummheit, Unwissen oder Dreistigkeit? Wohl von allem eine Menge. Du kannst Dir aber sicher sein: Nachdem Du Deine Rechnung geschickt hast, werden sie noch nach Skonto fragen.

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