Affiliate Linx: Moderne Wahrgagselei

Ich mag das Amazon-Affiliate Script, das vollautomatisch passende Wörter und/oder Wortkombinationen mit Produktlinks hinterlegt, ausgesprochen gern. Denn woran es dem freundlichen Algorithmus in Ermangelung von Phantasie keinesfalls mangelt, ist maschinell induzierte Fantasie. Was früher Vogelbeinlesen, später Textexegese und ganz kurz die quantitative Inhaltsanalyse immer ein wenig zweifelhaft vollbrachten, schaffen Affiliate Scripts mit links: nämlich die versteckte, „wahre“ Bedeutung eines Textes zu dechiffrieren – wie das folgende Beispiel zeigt.

Vor kurzem hab ich gefragt, ob die Gläsernheit des Menschen selbigem am Ende gar über den Kopf wächst, und zwar im Rahmen einer Podiumsdiskussions-Ankündigung. Die endete mit folgendem Satz:

satz1

Worum sich’s aber wirklich dreht, seht ihr, wenn das Licht angeht: einer der Diskutanten frönt nach Meinung Amazons dem Satanismus, während ein anderer für den Wortwechsel bereits die metaphorischen Klingen schärft:

satz2

satz3

PS: Kann man eigentlich ein JavaScript wegen übler Nachrede verklagen?

3 Antworten
  1. Andreas Bergmann says:

    Das ist genau der Grund warum ich dieses Feature nach wenigen Stunden wieder abgedreht habe. Der Algorithmus ist einfach zu schlecht um sinnvolle Verbindungen zu erzeugen. Und völlig sinnlose Worte werden markiert und hervorgehoben. Das zerstört den ganzen Inhalt.

    Antworten
  2. Sven says:

    Hi,

    ich hatte das Problem ebenfalls. Statt mir irgendwelche China Bücher zu präsentieren (lebe in Chongqing in der VR) hatte ich einen einzigen Link zu „Ich geh zur Polizei“ oder so ähnlich generiert! Das stand genau 1x in einem Post, da ich vorher bei den Herren war um mir einen Aufenthaltstitel für das Visum meiner Schwester zu holen.
    Da war mir dann doch zu Unscharf, bzw. hätte bei meinen Freunden für zu starke Irritationen geführt…

    Cheers,
    Sven

    Antworten

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